Schlossklinik Rottenburg: Schluckdiagnostik und Ernährungsmedizin bieten individuelle geriatrische Versorgun
Damit das Schlucken korrekt ablaufen kann, sind viele verschiedene Muskeln, einige Hirnnerven und die Schleimhäute beteiligt. Durch eine Vielzahl von Erkrankungen und altersbedingten Veränderungen kann es zu Schluckproblemen und somit auch Folgeerscheinungen wie Unterernährung, verminderter Flüssigkeitsaufnahme oder Aspiration kommen. Um diese zu vermeiden und frühzeitig aktiv dagegen arbeiten zu können, bietet die LA-Regio Schlossklinik Rottenburg ein umfangreiches und individuelles Leistungsspektrum im Bereich der Schluckdiagnostik und Ernährungsmedizin an.
Zum Standardangebot an alle Patienten der Schlossklinik gehört bei Aufnahme dabei ein kurzes Schluckscreening durch die Experten der Logopädie. Fortlaufend während der Aufenthalts achtet jedoch auch das hierfür speziell sensibilisierte Team der Pflege auf etwaige Auffälligkeiten bei der Nahrungsaufnahme. Bei Verdacht auf eine Schluckstörung führt der ärztliche Dienst um Oberärztin Dr. Nicole Wagensohner, zertifizierte FEES-Anwenderin der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN), regelhaft eine sogenannte „Fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing“ (FEES) durch.
Die FEES ist eine Methode zur Untersuchung des Schluckakts mithilfe eines flexiblen, videofähigen Endoskops. Die Untersuchung wird beim wachen, sitzenden oder liegenden Patienten durchgeführt. Eine Narkose ist somit nicht notwendig. Im Rahmen einer FEES-Untersuchung erfolgt zunächst eine ausführliche Befragung zu Essgewohnheiten und Auffälligkeiten. Danach wird das flexible Endoskop durch ein Nasenloch eingeführt. Es erfolgt die Beurteilung der Grundsituation. Um einen Eindruck über die Stimmlippen und die Atmung zu bekommen, werden nun einige verschiedene Ton und Sprechübungen unter Anleitung durchgeführt. Unter Sicht werden verschiedene standardisierte Nahrungsmittel angeboten. Je nach Befund können so alle dem Patienten zugängige Nahrungsmittel getestet und am Ende entschieden werden, welche Konsistenzen als „geeignet“ oder „gefährlich“ einzustufen sind.
Nach Abschluss der patientenschonenden Untersuchung, die zwischen fünf und zwanzig Minuten andauert, werden ein Befund und eine Empfehlung zur angepassten Kostform erstellt. Darüber hinaus bietet Ernährungsberaterin Sylvia Lenart niederschwellige Ernährungstherapien, individuelle Patientenschulungen und die Erstellung individueller Rezepte zur adäquaten Kostanpassung an, um in der fachlichen Verbindung zwischen Schluckdiagnostik und Ernährungsmedizin das bestmögliche Ergebnis für jeden Patienten zu erreichen. Die Maxime des Engagements der Schlossklinik Rottenburg besteht nämlich stets in der individuell optimalen Versorgung auf dem Weg in ein weiter selbstbestimmtes und in diesem Fall auch genussvolles Leben.
Bildunterschrift:
Im November 2025 machte das Team der Schlossklinik Rottenburg, darunter Oberärztin Dr. Nicole Wagensohner (l.) und Ernährungsberaterin Sylvia Lenart (r.), im Rahmen der „Malnutrition Awareness Week“ auf die Folgen und Prävention von Mangelernährung aufmerksam.
Bildquelle:
Michael Seidl / LA-Regio Kliniken