Fremdenführung
Wer hat nicht mit der Fremdenführung,
so hie und da einmal Berührung,
sei es als Führer, als Tourist,
weil stets wo was zu sehen ist.
Die Augen links, des Turmes Spitze,
den Blick nach rechts – und Onkel Fritze
sieht eifrig nach des Führers Hand,
wohin er zeigt, was er benannt.
Den Kopf gestreckt, Jahrhundert alt,
dies Bauwerk, Bild – und ohne Halt,
da wird gezeigt, erklärt, berichtet,
fotografiert und Film belichtet.
Den Hals nach vorn, schau geradeaus,
hier sieht man dies, und Vetter Klaus,
der wirft, wie Tante Adelgunde,
die Blicke folgsam in die Runde.
Die Nase schräg, welch Häuserzeilen,
nur rasch bestaunt, dann vorwärts eilen;
so links und rechts das gleiche Lied,
auch Fridolin wird langsam müd‘.
Hier unten ruht – man weiß Bescheid,
rechts zeigt der Finger, tut uns leid,
denn zu viel Wissen kann erdrücken –
und außerdem schmerzt schon der Rücken.
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