BAHN soll pünktlicher werden 

Freistaat begrüßt Empfehlungen der Taskforce zuverlässige Bahn

  • Abschlussbericht an den Bund übergeben
  • 22 kurzfristig wirksame Maßnahmen empfohlen
  • Abbestellung von Zügen nur im Einvernehmen mit den Ländern als Ultima Ratio

Die Taskforce zuverlässige Bahn hat ihre Arbeit abgeschlossen und einen Bericht mit Empfehlungen an den Bund übergeben. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Ich freue mich, dass die Idee von Zugstreichungen gegen den Willen der Länder vom Tisch ist. Nun können wir uns auf die Umsetzung der zahlreichen Vorschläge zur Verbesserung der Pünktlichkeit konzentrieren. Auch in Bayern muss die Bahn dringend zuverlässiger werden.“

Angesichts der unzureichenden Pünktlichkeit und Betriebsqualität im Bahnverkehr hatte der Bund die Taskforce im vergangenen Herbst eingesetzt. Der Freistaat war durch das Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr auf Beamtenebene vertreten. Die Taskforce empfiehlt 22 Maßnahmen, die bis Ende 2027 wirksam werden sollen. Beispielsweise sollen Lokführer bei Störungen Befehle der Fahrdienstleiter digital erhalten. So soll die zeitraubende Abschrift und Bestätigung mündlicher Befehle obsolet werden. Baustellen sollen so weit wie möglich in vorab geplanten Zeiträumen, so genannten Containern, gebündelt und dadurch planbarer werden. Außerdem ist vorgesehen, an neuralgischen Stellen des Schienennetzes Ersatzteillager einzurichten sowie rund um die Uhr verfügbare Teams zur Beseitigung von Störungen einzusetzen. Bei Personen und Tieren im Gleis sollen Streckensperrungen vermieden und nach Möglichkeit auf Sicht gefahren werden. Kritische Stellen des Schienennetzes sollen eingezäunt werden. Außerdem soll die DB weitere Mess- und Instandhaltungszüge beschaffen, um die präventive Instandhaltung der Infrastruktur zu verbessern. Die elektronischen Fahrplandaten sollen künftig täglich aktualisiert werden, damit Fahrgäste verzögerungsfrei über Fahrplanänderungen informiert werden.

Intensiv diskutiert wurde der Vorschlag, in hochbelasteten Knoten das Zugangebot zu reduzieren, um die Pünktlichkeit der verbleibenden Züge zu verbessern. In ihrem Bericht hält die Taskforce fest, dass eine Reduzierung von Verkehrsangeboten kein reguläres Instrument zur Verbesserung der Betriebsqualität darstellt. Darüber hinaus wird festgehalten, dass eine Reduzierung des Zugangebots nur im Einvernehmen mit den beteiligten Akteuren erfolgen kann. Der Freistaat sieht eine Abbestellung von Zügen des Schienenpersonennahverkehrs äußerst kritisch und als Ultima Ratio, wie Bernreiter verdeutlicht: „Gerade in den großen Knotenbahnhöfen sind die von uns bestellten Züge sehr gut ausgelastet und jeder Zug erfüllt die Verkehrsbedürfnisse zahlreicher Menschen. Der Fokus muss daher darauf liegen, die Aus- und Neubauprojekte zur Kapazitätssteigerung in den großen Bahnknoten zügig umzusetzen. Dieses Anliegen werde ich auch weiterhin bei jeder Gelegenheit an Bund und Bahn adressieren.“

Foto:
stmb.bayern.de

 

 

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