Fräulein TONI unterwegs in LANDSHUT – WAHLNACHLESE

Ach meine Lieben, wahrscheinlich habt Ihr euch gedacht ich bin ausgewandert. Nein, nein, keine Angst – ich bleib Landshut schon erhalten.

Aber alles stand unter dem Zeichen der Kommunalwahl und dazu hab´ ich mich lieber neutral verhalten.

Es war schon der Wahnsinn, 10 Kandidatinnen und Kandidaten, die sich für das Amt als Rathauschef(in) befähigt hielten. Und was es alles gab: Würstl, Würstl, Würstl; Pralinen zum Dessert, noch ein Bier, rote Luftballons und Rosen. Aber auch nützliches wie Flaschenöffner und Schlüssel zum Entlüften der Heizung wurden verschenkt.

Dann noch die vielen Listen bzw. das Sammeln der Unterschriften, ob man antreten darf oder nicht. Da gab es schon die ersten Verlierer. Allein den Wahlzettel für den Stadtrat in der Wahlkabine wieder zu falten, hat an Origami erinnert.

Seit Sonntag ist nun heraus, wer wieder oder neu in den Stadtrat einzieht. Die einen freuen sich über den (Wieder-) Einzug, die anderen trocknen noch die Tränen, weil es nicht (mehr) geklappt hat. Nicht immer gerecht, wenn Fleiß und Einsatz sich im Wahlergebnis nicht widerspiegeln.

Einmal müssen wir noch ran, um den neuen Rathauschef zu wählen, dann werden die Wahlplakate mit ideenreichen Sprüchen und vielen Versprechungen wieder verschwinden. Noch eine kurze Zeit wird die Wahl Thema bei den Menschen in unserer Stadt sein, bis der Alltag uns einholt und wir wieder geeint über den Stadtrat bzw. seine Entscheidungen schimpfen. Persönlich finde ich es schon schade, dass Landshut sich nicht für eine Frau an der Spitze entscheiden konnte, ob ich das noch erlebe.

Eines muss ich aber schon sagen: liebes Landshut, was ist denn los? Was treibt einige von euch an, diese eine Partei zu wählen? Sie überzeugen weder durch Fleiß noch durch Wissen; nur durch leere, aggressive und menschenfeindliche Sprüche. Und kommt jetzt nicht mit „Protestwahl“ daher, 124.733 Stimmen sprechen eine andere Sprache. Es gab so viel unterschiedliche, demokratische Alternativen, da dürfte doch für jeden was dabei sein. Dann gewinnt diese Räuberbande auch noch zwei Sitze dazu, geht´s noch? In der letzten Legislaturperiode saßen drei dieser Kameraden im Kommunalparlament und haben Löcher in die Luft gestarrt, ab Mai sind es fünf. Sechs Jahre keinen Antrag oder positiven Beitrag eingebracht. Kein kommunalpolitisches Engagement und dafür noch eine Aufwandsentschädigung kassieren. Demokratie muss man aushalten können, aber nicht diese rechten Freibiersympathisanten.

Nix für ungut!

Euer Fräulein Toni

 

Zu Frl. Toni: Sie ist eine historische Figur und Sie war die Haushälterin der ersten prakt. Ärztin, die in Landshut eine Praxis eröffnete und führte. Das Frl. Toni stammte aus dem Bayerischen Wald und war und ist, in übertragenem Sinne, in Landshut eine sehr bekannte Person.

 

Karikatur: Hans Trepesch

 

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