Frl. Toni unterwegs in LANDSHUT – WAHLNACHLESE Teil 2 – „Wer hätte das gedacht?“

Geschafft! Landshut hat einen neuen Oberbürgermeister.

Ganz schön knapp ging am Sonntag die Stichwahl aus. Wer hätte das gedacht?

Eine erschreckende Wahlbeteiligung mit 43,6 %, d. h. im ersten Wahlgang am 8. März waren noch knapp über 5.000 Menschen mehr an der Wahlurne. Das bedeutet doch im Umkehrschluss, diese Wählerinnen und Wähler wollten gar keinen der beiden Kandidaten und haben auf ihr Recht verzichtet. Verstehen kann ich das nicht, wenn man sieht in wie vielen Ländern die Menschen auf die Straße gehen, um für Demokratie und unabhängige Wahlen zu kämpfen. Sie machen dies oft unter Einsatz ihres Lebens.

Gut 22% der Wählerschaft wollte den CSU-Bewerber und rund 20% den Grünen Bewerber, also jeder der beiden Kandidaten hat einen Zuspruch von ungefähr einem Fünftel aller Wahlberechtigen.

Wie soll man also diese Ergebnisse deuten? Gibt es wirklich ein deutliches Signal, was die Ausrichtung der Kommunalpolitik für die kommenden sechs Jahr betrifft oder wäre es nicht zielführender das Gesamtbild der Stadtratswahl zu Grunde zu legen? Bei der Oberbürgermeisterwahl spricht man ja gerne von einer Persönlichkeits- und nicht Themenwahl.

Wer darf denn in der nächsten Legislaturperiode über die lokale Politik schimpfen; alle oder nur die, die gewählt haben? Meist wird ja über die Politikerinnen und Politiker im Allgemeinen losgewettert. Man macht sich ja nicht mal die Mühe zu differenzieren: wer setzt sich ein, ist pflichtbewusst und fleißig oder wer nicht. Alle werden über einen Kamm geschert. Ich finde, da gibt es schon Unterschiede.

Wenn sich eine gewisse Resignation bei den Bürgerinnen und Bürgern breit macht, kann ich das schon auch verstehen. Waren in der Zeit bis zum 8. März jede Menge Stadträtinnen und Stadträte bei den zahlreichen Terminen, so sind es nun (2 Wochen später) wieder die sogenannte Handvoll, die ihr Ehrenamt ernst nimmt. Unsere Damen und Herren Stadträte dürfen sich also auch gerne an der eigenen Nase packen. Sie sind von den Bürgerinnen und Bürgern gewählte Vertreterinnen und Vertreter und gehen damit eine Verpflichtung ein. Das ist, wie wenn man ein Amt im Vorstand eines Vereins übernimmt, da hat man auch Pflichten zu erfüllen. Ich sehe es ja bei mir selbst und meinem kleinen Verein.

Ehrenamt verpflichtet.

Nix für ungut!

Euer Fräulein Toni

Zu Frl. Toni: Sie ist eine historische Figur und Sie war die Haushälterin der ersten prakt. Ärztin, die in Landshut eine Praxis eröffnete und führte. Das Frl. Toni stammte aus dem Bayerischen Wald und war und ist, in übertragenem Sinne, in Landshut eine sehr bekannte Person.

Karikatur: Hans Trepesch

 

 

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