Ausstellung „Land.schafft.Klang“ im Freilichtmuseum Finsterau bis 28. Februar zu sehen
Finsterau. In manchen Landstrichen mit Obstbau in China ist es still im Frühling – dort, wo es wegen Pestizideinsatzes kaum mehr Insekten gibt. Kein Zirpen, kein Summen ist zu hören. Von dieser erschreckenden Erfahrung berichtete einst ein Journalist im Radio, die Kuratorin Fioba Degenfelder hörte den Beitrag und die Idee für die Ausstellung „Land.schafft.Klang“ war geboren.
Diese fängt den Klang von Wiesen und ihren Bewohnern ein und schafft über das bewusste Hinhören und Zuhören einen emotionalen Zugang zum Thema Artenschutz, wie Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich am Samstag bei der Eröffnung im Freilichtmuseum Finsterau hervorhob. Organisiert und konzipiert wurde die Ausstellung vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege, ermöglicht wurde dies aber erst durch die großzügige Unterstützung der Rosner Seidel Stiftung.
Schon in anderen Orten Bayerns hat die Wanderausstellung ihre Besucher begeistert, nun kann man sie bis zum 28. Februar auch in Finsterau bestaunen. Und zum Staunen gibt es einiges, etwa, dass das (im Verhältnis zur Körpergröße) lauteste Tier der Welt die Ruderwanze ist. Hört man den Vergleich zwischen Streuobst- und Vielschnittwiese, weiß man sofort, wo sich mehr Arten tummeln. Gänsehaut-Feeling hinterlässt auch das „Requiem für die verschwundenen Arten“, bei dem die Musikerin Evi Keglmaier die Klänge von Birkhuhn, Grauammer und weiterer ausgestorbener Tiere zu einem Musikstück arrangiert hat.
Dies sei ein „ganz neuer Ansatz und führt uns eindrucksvoll vor Ohren, welche Folgen das Artensterben für unsere gesamte Umwelt haben wird“, so Heinrich, der auch betonte, wie manche Klänge das Bewusstsein von Heimat beeinflussen. Er wünschte der Ausstellung viele Gäste, die sich auf die Töne einlassen und die Erkenntnis mit nach Hause nehmen, wie wertvoll all die Musikanten der Natur seien.
In einer Diskussionsrunde ging Heinrich gemeinsam mit der Kuratorin Lioba Degenfelder und Dr. Clemens Knobling, dem wissenschaftlichen Leiter der niederbayerischen Freilichtmuseen, auf die Suche nach den Gründen, warum wir im Alltag weniger Klänge wahrnehmen. Dabei wurde auch bewusst, wie viele Arten schon vor Jahrzehnten verlorengegangen sind. „Heimat bewahren ist unser aller Ziel“, so Knobling und hoffte, dass der ein oder andere Besucher zuhause beim Rasenmähen künftig ein wenig Wiese stehen lässt für die vielen „Geräuschemacher“.
Bildunterschrift:
Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und der wissenschaftliche Leiter der niederbayerischen Freilichtmuseen Dr. Clemens Knobling (hi. Mitte) mit dem Bürgermeister der Gemeinde Mauth Heiner Kilger (v.l.), Nationalparkleiterin Ursula Schuster, Michaela Metz vom Landesverein für Heimatpflege, Kuratorin Fioba Degenfelder sowie Altlandrat Alfons Urban bei der Ausstellungseröffnung.
Foto:
Bezirk Niederbayern, Manuela Lang