Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin: Cannabis-Legalisierung zu Genusszwecken muss komplett zurückgenommen werden
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat die Bundesregierung aufgefordert, rasch Konsequenzen aus dem neuen Cannabis-Zwischenbericht zu ziehen. Gerlach betonte am Mittwoch: „Die Cannabis-Legalisierung zu Genusszwecken muss jetzt komplett zurückgenommen werden. Die SPD darf diesen Schritt nicht länger blockieren. Alles andere ist verantwortungslos.“
Gerlach erläuterte: „Der neue Bericht zeigt unter anderem, dass Jugendliche mit Cannabis-Konsum deutlich seltener Beratungsangebote und Frühinterventionsprogramme in Anspruch nehmen. Außerdem stellt er Verbesserungsbedarf bei der Zusammenarbeit zwischen Polizei, Jugendhilfe und Suchtprävention fest. Darüber hinaus bekräftigt der Bericht die deutlichen Fehlentwicklungen auf dem Markt für Medizinal-Cannabis.“
Die Ministerin fügte hinzu: „Schon der erste Zwischenbericht im September 2025 hatte die Warnungen Bayerns bestätigt, dass die Cannabis-Legalisierung vor allem mit Blick auf den Kinder- und Jugendschutz sowie die Suchtprävention ein schwerer Fehler war. Sie führt zu einer Normalisierung des Cannabiskonsums in der Bevölkerung und erweist damit allen Bemühungen um eine Verbesserung der Suchtprävention einen Bärendienst. Das ist unverantwortlich.“
Gerlach kritisierte: „Es ist ein zweifelhafter Ruf, wenn Deutschland dem Bericht zufolge als ‚größter prinzipiell legal-kommerzieller Markt‘ für medizinisches Cannabis in Europa gilt. Hier muss gegengesteuert werden!“
Die Ministerin unterstrich: „Bayern wird seinen Kurs der ganzheitlichen Cannabisprävention fortsetzen. Im vergangenen Jahr hat das Gesundheitsministerium rund acht Millionen Euro für Suchtpräventions- und Suchthilfeangebote zur Verfügung gestellt.“
Gerlach erläuterte: „Im Cannabis-Schulprojekt bieten wir weiterhin evidenzbasierte Workshops zur Cannabisprävention für Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klasse an. Mit dem Projekt CannaPeer haben wir an drei Pilotstandorten Cannabisprävention in die Berufsschulen und Universitäten gebracht. Im Projekt Mindzone wird die Cannabisprävention außerdem im Uni-Partysetting intensiviert.“
Die Ministerin fügte hinzu: „Zudem sind wir mit dem Projekt X-CAN auf einem guten Weg, eine App zu entwickeln, mit der Cannabisprävention spielerisch an besonders vulnerable Gruppen wie bereits konsumierende Kinder und Jugendliche sowie solche mit psychischen Erkrankungen herangetragen werden soll. Den unter wesentlicher Beteiligung Bayerns entwickelten Online-Kurs ‚Cannabisprävention: wissen, verstehen, handeln‘ haben wir in diesem Jahr über das Setting Schule hinaus auch auf die Jugendarbeit ausgeweitet.“
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Bayerisches Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention