Wohlfühl-Therme Bad G R I E S B A C H: BETRIEBSERGEBNIS besser als prognostiziert

Preise bleiben bis 30. Juni 2027 konstant Weltweite Energiepreissituation und rückläufige Übernachtungszahlen bereiten Sorgen

Die vergangene Kommunalwahl bringt auch im Zweckverband Bad Griesbach Veränderungen mit sich. In der jüngsten Sitzung am 28. Juli wurden nun zwei ausscheidende Verbandsräte verabschiedet und ihre Nachfolger begrüßt. Ferner standen auf der Tagesordnung u.a. die Halbjahresberichte der operativen Werkleitung, des strategischen Geschäftsführers sowie Preisanpassungen für die „Wohlfühl-Therme“.

Nach den Kommunalwahlen im Landkreis Passau und in der Stadt Bad Griesbach haben der Kreistag und Stadtrat ihre Verbandsräte und Stellvertreter für den Zweckverband neu bestellt. Dadurch ergeben sich personelle Änderungen in der Verbandsvertretung. Zweckverbandsvorsitzender und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich nahm die jüngste Sitzung nun zum Anlass, sich bei Fritz Pflugbeil und Roswitha Altmannsberger für das jahrelange Engagement und wohltuende Miteinander zu bedanken. Ein herzliches Willkommen und alles Gute für ihre Amtszeit als Verbandsräte richtete er an Kreisrat Stefan Meyer und Stadtrat Lorenz Daniel, die der Sitzung erstmals beiwohnten.

„Wir sind ganz gut unterwegs“, zeigte sich Christian Kampelsberger, operativer Werkleiter der Wohlfühl-Therme, in seinem Bericht zuversichtlich. „Das Halbjahresergebnis 2026 ist um etwa 100.000 Euro besser als noch im Vorjahr (2025: -1,7 Millionen Euro; 2026: -1,6 Millionen Euro). Dennoch: Die Situation sei alles andere als leicht – insbesondere aufgrund der rückläufigen Besucher- und Behandlungszahlen. „Im Vergleich zu 2025 verzeichnen wir hier einen Rückgang von 6104 bzw. 4,95 Prozent.“ Die Gründe dafür habe man selbst größtenteils nicht in der Hand: Hotels im Ort sind aktuell im Umbau, der Ort verzeichnet einen Übernachtungsrückgang von fast 10 Prozent und allgemein sei die Lage sehr schwierig.

Übernachtungszahlen rückläufig

Dies unterstrich auch Franz Altmannsperger, Geschäftsführer der Niederbayerischen Thermengemeinschaft, für alle Thermen. „Seit 2020 konnten wir das Defizit kontinuierlich senken“. Von etwa 13,5 im Jahr 2020 auf rund 6 Millionen Euro im Jahr 2024. „Doch seit 2025 laufen uns die Kosten davon.“ Gründe hierfür seien insbesondere die steigenden Personal- und Energiekosten. Die bis Ende 2024 gültigen Energielieferverträge mit sehr guten Konditionen mussten neu für Strom und Erdgas ausgeschrieben werden – verbunden mit massiv steigenden Kosten. Ohne die Neustrukturierung der Thermengemeinschaft 2022 sähe es laut Altmannsperger deutlich schlechter aus.

„Personal- und Energiekosten sind zwei Hauptkostenblöcke, die wir nicht beeinflussen können“, betonte auch Dr. Heinrich. „Und wenn man sich anschaut, wie sich die Energiepreissituation weltweit entwickelt, schwant mir Böses.“

In Sachen Energie wird daher auch in die Wohlfühl-Therme investiert: „Mit der Wärmerückgewinnung aus abgebadeten Badewasser wollen wir im Oktober 2026 in Echtbetrieb gehen“, so Kampelsberger und zeigte sich auch hinsichtlich des Anschlusses an die Nahwärmeversorgung zuversichtlich: „Eine Entscheidung ist für November geplant. Die Wirtschaftlichkeit passt, wir sind gut unterwegs.“

Rückgang der Übernachtungen in allen Thermenorten

Sorgen bereiten die rückläufigen Übernachtungszahlen: „Innerhalb aller fünf Thermen der Thermengemeinschaft verzeichnen wir einen Rückgang der Übernachtungen von knapp 54.000, also etwa 2,6 Prozent“, berichtete Altmannsperger. Dementsprechend sind auch die Behandlungszahlen im ersten Halbjahr 2026 rückläufig – circa 51.500 bzw. 6,07 Prozent weniger als im Vergleich zum Basisjahr 2025.“ Über alle Thermen hinweg habe man zu kämpfen, die Gäste in die Thermen bzw. die Orte zu bekommen.

Doch die Tendenz für 2026 sei besser als prognostiziert. Im ersten Halbjahr 2026 lag das Defizit für alle Thermen bei rund 5,3 Millionen Euro, geschätzt wurden für das ganze Jahr etwa 13,7 Millionen Euro. „Wenn wir diese Entwicklung so fortfahren können, steuern wir voraussichtlich ein Ergebnis an, dass etwa auf dem Vorjahresniveau liegt.“ Der Jahresverlust 2025 der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach beträgt rund 3,1 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 liegt das Defizit bei knapp 1,6 Millionen Euro, prognostiziert wurden für 2026 rund 3,9 Millionen Euro.

Um die Ergebnisse zu verbessern, wird einiges unternommen, berichtete Altmannsperger. Die Reinigungsleistungen werden überall extern überprüft – beginnend bei der Limes-Therme in Bad Gögging und der Wohlfühl-Therme in Bad Griesbach. Die Verwaltungen werden weiterer optimiert, um mittelfristig 20 Prozent der Kosten einzusparen. Die medizinischen Abteilungen werden extern überprüft, die IT wird weiter zentralisiert. Für die Gäste wurden thermenübergreifende Gutscheine ab einem Wert von 25 Euro eingeführt.

Touristisches Zukunftskonzept der Stadt Bad Griesbach in Planung

Obwohl es aufgrund der Kostensteigerung in allen Bereichen erforderlich wäre, die Preise bereits jetzt anzupassen, hat das Gremium beschlossen die Preise bis 30. Juni 2027 konstant zu halten. Eine moderate Preisanpassung findet erst zum 1. Juli 2027 statt.

Die Situation ist alles andere als leicht, doch: Umso wichtiger ist es laut Dr. Heinrich, dass die Orte und ihre Hotellerie Interesse an den Bädern haben, zeigen und ggfs. ihre Schwerpunkte hinterfragen. Aktuell sei ein touristisches Zukunftskonzept der Stadt Bad Griesbach in Planung. Dies müsse zeitnah ausgearbeitet und umgesetzt werden.

Und auch Bezirksrätin Renate Wasmeier unterstrich für alle Thermenstandorte: „Wir müssen an die Orte ran und die Hotellerie in die Verantwortung nehmen. Wir können uns noch so gut ausrichten: Es ist wichtig, dass die Besucher kommen.“

Bildunterschrift:
Dr. Olaf Heinrich dankte Fritz Pflugbeil (2.v.r.) und Roswitha Altmannsberger für das jahrelange Engagement und wohltuende Miteinander. Ein herzliches Willkommen richtete er an Kreisrat Stefan Meyer (2.v.l.) und Stadtrat Lorenz Daniel (r.), die der Sitzung erstmals als Verbandsräte beiwohnten.
Foto:
Bezirk Niederbayern/Roider

 

weitere Beiträge