Kulturreferat des Bezirks zieht Resümee – Vorbereitungen für Jubiläumstournee 2027 starten im Herbst
Nach 60 Vorstellungen an 30 Gastspieltagen ist Schluss. Das KULTURmobil des Bezirks Niederbayern hat am Sonntag seine Reise durch alle niederbayerischen Landkreise beendet. Vorerst. Denn im nächsten Jahr feiert das reisende Theater runden Geburtstag. Bevor die Vorbereitungen dafür im Herbst starten, ziehen die Verantwortlichen ihr Resümee zur 29. Spielzeit.

1998 schickte der ehemalige Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder zum ersten Mal eine professionelle Theatergruppe auf Reisen. Und seine Idee dahinter wird bis heute weitergetragen: Große Theaterkunst bei freiem Eintritt dorthin zu bringen, wo Kultur unmittelbar erlebt werden kann. Für Groß und Klein unter freiem Himmel, auf Märkten und Plätzen oder bei Regen in Feuerwehrhäusern oder Bauhöfen. Mit humorvollen, kurzweiligen und gleichzeitig anspruchsvollen Stücken. Der Wagen: ein Lkw mit ausklappbarer Bühne.
Auch nach diesem Theatersommer mit 30 Vorstellungstagen blickt Intendant Dr. Laurenz Schulz zufrieden auf die letzten Monate zurück: „Mit über 10.000 Besucherinnen und Besuchern haben wir ein tolles Ergebnis eingefahren. Genauso wichtig sind aber auch die Rückmeldungen, die wir zu unseren Stücken bekommen haben – und die waren durchweg sehr positiv.“
Extreme Hitze macht auch dem Freilichttheater zu schaffen
Darüber zeigt sich auch Regisseur Achim Bieler erfreut, der mit seinem Ensemble die Inszenierung des Stücks „Faust 1 + 2 + 3. Nach und mit Johann Wolfgang von Goethe“ von Felix Krakau auf die Bühne brachte. „Es freut mich, dass meine Inszenierung so viel Anklang gefunden hat und wir es geschafft haben, die Inhalte des berühmten Originals in zeitgemäßer Form zu vermitteln und das Publikum dabei gut zu unterhalten.“ Denn zusammen wagten sie in den Abendvorstellungen keine klassische Werktreue, sondern eine ebenso respektvolle wie überraschende Annäherung an den wohl berühmtesten Stoff der deutschen Literatur.
Große Wünsche, die Kraft der Freundschaft und den Zauber der Illusion brachten Regisseurin Susanne Schemschies und ihre beiden Schauspielerinnen mit „Lahme Ente, blindes Huhn“ von Ulrich Hub auf die KULTURmobil-Bühne und begeisterten das junge Publikum: „Es war mir eine große Freude bei diesem wunderbaren Projekt des Bezirks Niederbayern mitarbeiten zu dürfen. Für mich ist das eine sehr wichtige und wertvolle Arbeit, denn es bringt Theater zu den Menschen an Orte, die von den etablierten Häusern weit entfernt sind“, so Schemschies.
Dass kein Gastspiel ausfallen musste und alle Termine planmäßig stattfinden konnten, ist Teil des positiven Fazits von Intendant Dr. Laurenz Schulz. Doch die extreme Hitze machte auch dem Freilichttheater zu schaffen: „Früher haben wir Gastspiele ausschließlich wegen Regen oder starkem Wind nach drinnen verlegt. Die teils extrem hohen Temperaturen haben uns dieses Jahr verstärkt dazu gebracht, Aufführungen auch wegen ‚zu gutem‘ Wetter nach drinnen zu verlegen.“
Vor dem Spiel ist nach dem Spiel – Jubiläumssaison steht 2027 an
Auch, wenn in diesem Jahr keine Aufführungen mehr stattfinden, gibt es weiterhin einiges zu tun. Neben diversen administrativen Tätigkeiten, die noch abzuschließen sind, muss der Fuhrpark für das nächste Jahr vorbereitet und ins Winterquartier gebracht werden. Dann gilt es bereits in den kommenden Wochen die Planungen für die nächste Spielzeit aufzunehmen. Diese wird unter feierlichen Vorzeichen stehen, da das Bezirkstheater 2027 sein dreißigjähriges Bestehen feiert.
Auf den anstehenden Jubiläums-Theatersommer freut sich auch Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich und dankt allen Beteiligten und Verantwortlichen, die über all die Jahre hinweg dafür sorgten und sorgen, dass das Projekt besteht und weitergeführt wird: „Das KULTURmobil begeistert seit nunmehr beinahe 30 Jahren Jung und Alt in ganz Niederbayern. Es ist viel beachtet und einzigartig. Ein Erfolgsprojekt regionaler Kulturarbeit.“
Welche Stücke im Jubiläumsjahr auf die Bühne kommen werden, steht im Laufe des Herbstes fest, wenn alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Niederbayerns die Ausschreibungsunterlagen erhalten. Das Kulturreferat empfiehlt allen, die an einer Aufführung interessiert sind, sich an ihre jeweiligen Gemeindeverwaltungen und Bürgermeisterinnen und Bürgermeister zu wenden, da nur diese sich auf ein Gastspiel bewerben können.
Der Spielplan mit den insgesamt 30 Gastspielorten und viele weitere Informationen sind gegen Jahresende unter www.kulturmobil.de zu finden.