Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin zum „Welttag der seelischen Gesundheit“
Anlässlich des diesjährigen Welttages der seelischen Gesundheit am 10. Oktober wirbt Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach für mehr Offenheit im Umgang mit psychischen Erkrankungen. Gerlach betonte am Samstag: „Die psychischen Belastungen für die Menschen sind vielfältig. Dazu zählen unter anderem auch Einsamkeit und Überforderung im Alltag. Betroffene brauchen hier schnelle Hilfe. Damit diese Hilfe auch in Anspruch genommen wird, müssen Hemmschwellen abgebaut werden. Ein Schwerpunkt unseres Masterplans Prävention ist deshalb die Entstigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen.“
Die Ministerin erläuterte: „Bayern bietet vielfältige Unterstützung an, die auf die verschiedenen Altersgruppen zugeschnitten ist. Mit dem mit über 800.000 Euro geförderten Projekt „Boulderpsychotherapie“ erreichen wir zum Beispiel Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren, die bereits depressive Symptome haben. An der Kletterwand lernen die jungen Menschen, Herausforderungen Schritt für Schritt zu meistern und Ängste zu überwinden. Diese Erfahrungen lassen sich sehr gut in den Alltag übertragen. Die ersten Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die seit Ende 2025 das Angebot in Anspruch genommen haben, sind überzeugt von dem innovativen Angebot.“
Gerlach ergänzte: „Das Projekt ‚HSN-Age – Helfen in seelischer Not‘ unterstützt Angehörige und Bezugspersonen von Menschen in psychischen Notlagen. Ihnen werden konkrete Handlungsstrategien an die Hand gegeben, damit sie bei seelischen Krisen in ihrem Umfeld sicherer reagieren und helfen können.“
Das Projekt wurde auf der 9. Internationalen Bodenseekonferenz mit dem 3. Platz in der Kategorie „Herz und Haltung“ ausgezeichnet und wird vom Bayerischen Gesundministerium seit 2022 mit rund 400.000 Euro gefördert.
Die Ministerin fügte hinzu: „Von großer Bedeutung sind auch die Krisendienste Bayern. Sie bieten Menschen in psychischen Notlagen niedrigschwellig und fachkompetent Hilfe und Beratung und übernehmen zudem eine Lotsen- und Steuerungsfunktion im psychiatrischen Versorgungssystem.“
Die Krisendienste sind kostenlos, bayernweit, rund um die Uhr unter der einheitlichen Rufnummer 0800/6553000 erreichbar und können Krisenhilfe in über 120 Sprachen leisten. Seit Januar 2026 sind die Krisendienste Bayern auch für gehörlose Menschen über Gebärdensprache oder Schriftverdolmetschung erreichbar.
Gerlach unterstrich: „Wir brauchen auch zukünftig moderne Versorgungsstrukturen mit niedrigschwelligen, wohnortnahen und frühzeitigen Unterstützungs- und Behandlungsmöglichkeiten, die die Bedürfnisse der Betroffenen in den Mittelpunkt stellen. Von zentraler Bedeutung bleibt, dass sich Menschen mit psychischen Erkrankungen unbürokratisch und rechtzeitig fachkundige Unterstützung holen können.“
Weitere Informationen zu Unterstützungsangeboten, Projekten und Maßnahmen stehen auf der Webseite des Bayerischen Gesundheitsministeriums zur Verfügung (www.stmgp.bayern.de/vorsorge/psychische-gesundheit). Informationen zu den Krisendiensten Bayern sind auf der Webseite der Krisendienste verfügbar (www.krisendienste.bayern).