Als die M A S C H I N E die SENSE ablöste

Freilichtmuseum Massing zeigt am 1. August die Getreideernte mit dem Bindemäher

Massing. Wenn heute die Mähdrescher über die Felder ziehen, sind Mähen, Dreschen und Reinigen des Getreides weitgehend in einem Arbeitsgang erledigt. Noch vor wenigen Generationen war die Ernte dagegen eine der arbeitsreichsten Zeiten des bäuerlichen Jahres. Wie die zunehmende Mechanisierung diese Arbeit veränderte, zeigt das Freilichtmuseum Massing am Samstag, 1. August, von 13 bis 15 Uhr.

Auf dem Feld zwischen dem Heilmeierhof und der Marxensölde kommt ein historischer Bindemäher zum Einsatz.

Die Maschine markiert eine entscheidende Übergangsphase: Jahrhundertelang wurde das reife Korn mit der Sense geschnitten. Danach mussten die Halme von Hand aufgenommen, zusammengelegt und zu Garben gebunden werden. Mehrere Menschen waren notwendig, um das Getreide rechtzeitig einzubringen. Denn die Ernte duldete nur wenig Aufschub. Wetter, Reifegrad und Feuchtigkeit mussten genau beobachtet werden.

Der Bindemäher nahm den Bauern zwei besonders aufwendige Arbeitsschritte ab. Während ein Messerbalken die Halme dicht über dem Boden abschnitt, beförderten Haspel und Tücher das Getreide zum Bindeapparat. Dieser fasste eine bestimmte Menge zusammen, umschlang sie mit Garn und warf die fertige Garbe wieder auf das Feld. Was zuvor mühsam von Hand erledigt werden musste, geschah nun in einem fortlaufenden Arbeitsgang.

Ganz ohne Handarbeit ging es allerdings weiterhin nicht. Die Garben mussten eingesammelt und zu sogenannten Hocken oder Puppen zusammengestellt werden. Dort konnten Korn und Stroh nachtrocknen, bevor die Ernte auf Wagen geladen und zum Hof gebracht wurde. Das Dreschen, also das Herauslösen der Körner aus den Ähren, erfolgte erst später in der Scheune oder mit einer gesonderten Dreschmaschine.

Anfangs wurden Bindemäher von Pferden gezogen. Mit der fortschreitenden Motorisierung übernahmen Traktoren diese Aufgabe. Besonders in der Mitte des 20. Jahrhunderts gehörten die Maschinen auf vielen Höfen zum vertrauten Bild. Sie verringerten den Bedarf an Arbeitskräften und erleichterten die körperlich schwere Erntearbeit erheblich. Schon wenig später begann sich jedoch der Mähdrescher durchzusetzen, der zusätzlich das Dreschen und die Trennung von Korn und Stroh übernahm.

Die Vorführung im Freilichtmuseum macht diesen wichtigen Abschnitt der Landwirtschaftsgeschichte unmittelbar sichtbar. Dabei wird nicht nur gezeigt, wie der Bindemäher funktioniert. Deutlich wird auch, wie viel Erfahrung nötig war, um die Maschine richtig einzustellen, gleichmäßige Garben zu erhalten und das wertvolle Korn möglichst ohne Verluste einzubringen.

Bei ungünstiger Witterung informiert das Freilichtmuseum über mögliche Änderungen. Alle Informationen gibt es unter www.freilichtmuseum.de.

Bildtext:
Der Bindermäher im Einsatz: diese Technik sorgte im Zuge der Mechanisierung für eine deutliche Arbeitserleichterung in der Landwirtschaft.
Foto: Freilichtmuseum Massing

 

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