Regen. Hitze. Wandel. Impulse für lebenswerte Orte
- Rund 300 Expertinnen und Experten tauschen sich in Mittelfranken aus
- Gelungene Beispiele für klimaangepassten Wohnungs- und Städtebau
- Bauminister Bernreiter: „Klimawandel fordert unsere Infrastruktur heraus, wir steuern erfolgreich gegen!“
Wie bereiten wir unsere Städte und Gemeinden künftig besser auf extreme Wetterereignisse vor? Vertreterinnen und Vertreter von Kommunen, Projektträgern, Planungsbüros und Bewilligungsstellen haben sich heute im mittelfränkischen Roth zur alljährlichen Jahrestagung der Wohnraum- und der Städtebauförderung getroffen, um dieser Frage auf den Grund zu gehen. Das Tagungsthema gab den Takt vor: „Regen. Hitze. Wandel. Impulse für lebenswerte Orte.“ Bayerns Bauminister Christian Bernreiter mahnte in seiner Rede: „Viele öffentliche Räume, Bestandsgebäude und auch Neubauten sind auf extreme Hitzeperioden und andere heftige Wetterereignisse wie Starkregen noch nicht ausreichend vorbereitet.“ Umso wichtiger sei es, Bayerns Städte und Gemeinden widerstandfähig und lebenswert zu entwickeln. Dabei könne die Städtebauförderung genau wie die Wohnraumförderung gezielt und effizient unterstützen.
Der diesjährige Veranstaltungsort, die Kulturfabrik Roth, ist als erfolgreiches Projekt der Städtebauförderung ein gutes Beispiel dafür, wie verlässlich und zukunftsweisend unsere Programme sind. Morgen am 18. Juni 2026 findet hier auch die Jubiläumsfeier „50 Jahre Städtebauförderung in Roth“ statt – dazu gratuliert Bauminister Christian Bernreiter der Stadt herzlich!
Die Fachtagung rückte vor allem in den Fokus, wie eine lebenswerte Zukunft unter den Herausforderungen der Zeit gestaltet werden kann. „Der Klimawandel fordert unsere Infrastruktur heraus, eröffnet aber auch neue Perspektiven für klimagerechte und zukunftsfähige Orte in Bayern, die Lebensqualität und Gesundheit stärken“, so Bernreiter. „Mit mehr grünen und blauen Strukturen in der Stadt- und Freiraumgestaltung können wir unsere Innenstädte und Ortskerne aktiv anpassen. Unsere Förderprogramme fungieren hierbei als Innovationsmotor und Stabilitätsanker.“ Die große Teilnehmerzahl heute zeigte das breite Interesse an diesen Themen.
Erfolgreich realisierte Maßnahmen veranschaulichen, dass solche Ansätze auch funktionieren. Als Beispiel nannte der Minister die Neugestaltung des Weinmarkts in der Memminger Altstadt mit einem Wasserspiel und klimaresilienten Bäumen. Das Projekt wurde bei der Jahrestagung als Best Practice Beispiel der Städtebauförderung vorgestellt. Im weiteren Tagungsverlauf präsentierten und diskutierten Expertinnen und Experten Praxisbeispiele und Konzepte für klimaresiliente Quartiere und gebäudeeffiziente Lösungen. Prof. Dr. Florian Bieberbach, Geschäftsführer der Stadtwerke München, stellte Initiativen der Stadtwerke zur klimagerechten Energieversorgung vor und erläuterte die Herausforderungen des Klimawandels für die Wasserversorgung. Zum Abschluss erklärte Prof. Dr. Mazda Adli, Professor an der Charité und Chefarzt der Fliedner Klinik Berlin, den Zusammenhang von Klimawandel, Stadtstress und den daraus resultierenden Gesundheitsfolgen. Er machte in seiner Final Keynote deutlich, dass Hitzewellen und Klimastress nicht nur körperliche, sondern auch psychisch messbare Folgen haben.
„Die Städtebauförderung ist ein lernendes System, das ständig an aktuelle Themen angepasst wird“, machte Bernreiter deutlich. So würden seit 2024 über die bayerische Förderinitiative „Klima wandel(t) Innenstadt“ Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erhöht gefördert. Seit 55 Jahren setzt die Städtebauförderung wichtige Impulse und stellt die notwendigen Mittel bereit, um städtebauliche Herausforderungen zu meistern. Im Jahr 2026 stehen in Bayern 349 Millionen Euro bereit, 2027 werden es 353 Millionen Euro sein. Auch der Bund setzt ein Zeichen und verdoppelt schrittweise die Bundesmittel für die Städtebauförderung bis 2029 auf 1,58 Milliarden Euro – eine große Entlastung für die Kommunen und Bauherren.
Auch bei der Wohnraumförderung macht sich Bayern mit zielgerichteten Programmen fit für die Zukunft. „Von Verschattungskonzepten über Fassaden- oder Dachbegrünungen bis hin zur Regenwassernutzung: Angemessene Klimaanpassungsmaßnamen werden bei der Finanzierung berücksichtigt“, erläuterte Bernreiter. „Zudem achten wir ständig darauf, wie wir die Förderung verbessern können.“ Für noch mehr Entwicklungsmöglichkeiten wurden die Förderbestimmungen zuletzt deutlich entschlackt, zum Beispiel durch weniger Vorgaben und die Anpassung technischer Anforderungen. Darüber hinaus stehen für den geförderten Wohnungsbau mehr Mittel zur Verfügung: Im Doppelhaushalt 2026/2027 sind insgesamt 3,6 Milliarden Euro an Bewilligungsmitteln vorgesehen, davon 1 Milliarde Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität. Ab 2027 gibt es erstmals ein Jahresbauprogramm der Wohnraumförderung für einen gezielten Mitteleinsatz und noch mehr Planungssicherheit.
Bernreiter dankte allen, die sich bei der Jahrestagung der Wohnraum- und Städtebauförderung vernetzen und konkrete Maßnahmen entwickeln, um den Wandel aktiv zu gestalten: „Entscheidend ist, dass wir gemeinsam handeln und voneinander lernen. Lassen wir uns inspirieren und gestalten den Wandel gemeinsam – für eine lebenswerte Zukunft in Bayern!“
Weitere Informationen zur Fachtagung finden Sie auf unserer Homepage unter Jahrestagung Wohnraumförderung Städtebauförderung Bayern 2026 – Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr
Ebenfalls auf unserer Website sind weiterführende Informationen zu den Angeboten der Wohnraumförderung unter www.stmb.bayern.de/wohnen/foerderung und der Städtebauförderung unter www.stadtebaufoerderung.bayern.de enthalten.
Auf dem Foto zu sehen (von links nach rechts):
Alexander Bendzko, Geschäftsführer der GWG Ingolstadt, Prof. Dr. Florian Bieberbach, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadtwerke München GmbH und Honorarprofessor der TUM, Bayerns Bauminister Christian Bernreiter, Ursula Heller, Moderatorin, Andreas Buckreus, Erster Bürgermeister der Stadt Roth, Monika Geiß, Referentin Bauen-Planen beim Bayerischen Städtetag, Uwe Weißfloch, Leiter Stadtplanungsamt der Stadt Memmingen, und Prof. Martin Schirmer, Gesellschafter Büro SCHIRMER Architekten + Stadtplaner GmbH.
Copyright: Steffen Leiprecht