POETISCHES von Oskar STOCK: „Belegte Brote“ – „Bitte mit Sahne“

Belegte Brote

 

Tante Anni war sehr freundlich,
und lud gern die Neffen ein,
zum Abendessen, so vermeintlich,
jeder sollt verköstigt sein.
So gab es stets belegte Brote,
von der Tante, frisch kredenzt,
nach ihrer ganz besonderen Note,
wenn bei Tisch nur keiner trenzt.
Auf den Broten Wurst und Eier,
Gurkenstückchen, sehr apart,
Mayonnaise, ungeheuer,
hier hat Tante nie gespart.
Käse und vom Lachs die Reste,
den sie sonntags hat verspeist,
Fischsalat, ja nur das Beste,
und dazu Kakao zumeist.
Doch wir Neffen waren achtsam,
sahen bei der Zubereitung zu,
bis, so wie immer, in Betracht kam,
was sie vollbrachte, immerzu.
Sie schnitt zum Abschluss kleine Happen,
was einen Pepp fürs Auge gab,
und man konnte danach schnappen,
leckte sie nicht stets das Messer ab.

Bitte mit Sahne

 

Henriette greift zum Süßstoff,
und achtet auf Diät,
vermeidet fette Speisen,
und Soßen, wenn es geht,
beim Alkohol enthaltsam,
zählt sie die Kalorien,
kennt ihre Blutfettwerte,
exakt ihr Cholesterin,
beachtet diese Regeln,
weil sie so dann und wann,
beim Konditor um die Ecke,
zwei Stück Torte essen kann.

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