RABEN erobern HEIMPUNKT gegen WIESBADEN

Die Roten Raben haben auch in ihrem zweiten Heimspiel gezeigt, dass mit ihnen immer zu rechnen ist.

Obwohl sie als Aufsteiger „nach wie vor der Underdog in der ersten Liga sind“, wie es Raben-Spielführerin Pia Fernau bezeichnet, haben sie dem aktuellen Tabellenfünften VC Wiesbaden einen Punkt abgetrotzt. Zwar hat es bei dem 2:3 (11:25/25:21/10:25/4:15) in der Vilsbiburger Ballsporthalle nicht zum ersten Sieg in der DEKRA 1. Volleyball Bundesliga Frauen gereicht, doch Raben-Trainer Guillermo Gallardo unterstrich, dass er nach einer echten Achterbahnfahrt „sehr zufrieden mit dem Punkt ist“.

Er wird nicht müde zu betonen, dass es „ein Prozess ist, die junge und Bundesliga-unerfahrene Mannschaft weiterzuentwickeln“. Die Mannschaft müsse noch viel lernen, da sei Geduld gefragt. Im Hinblick auf die Begegnung gegen Wiesbaden spricht er seiner Mannschaft aber auch ein Kompliment aus: „Alle Spielerinnen haben toll gekämpft, doch Wiesbadens Nummer drei hat an diesem Abend den Unterschied ausgemacht.“ Die 1,94 Meter große ukrainische Diagonalangreiferin Marharyta Geiko war einfach nicht zu stoppen. Sie brachte das Raben-Team mit ihren Aufschlägen in Verlegenheit, war im Block schier nicht zu überwinden und steuerte 30 Punkte zum Sieg der Gäste aus Wiesbaden bei. Damit wurde sie auch zurecht als MVP ausgezeichnet, auf Raben-Seite erkämpfte sich diesen Titel zum zweiten Mal in dieser Saison Amanda Cavalcanti.

Die Roten Raben hatten sich für diese Begegnung viel vorgenommen, kamen aber im ersten Satz nicht so in Schwung, wie sie sich das vorgenommen hatten. „Wir waren am Anfang ziemlich nervös“, verriet Raben-Mittelblockerin Tina de Groot. Wiesbadens Mannschaft, die mit zwei Siegen aus drei Spielen und entsprechend Selbstbewusstsein angereist war, nutzten das geschickt aus und holten sich den ersten Satz nach nur 18 Minuten mit 25:11.

Besser lief es für die Roten Raben im zweiten Satz. Man merkte, dass sie sich besser auf das Spiel der Gäste aus der hessischen Hauptstadt eingestellt hatten. Obwohl sie zu Beginn des Satzes mit bis zu sieben Punkte zurücklagen, kämpften sie unverdrossen, schafften beim 16:16 erstmals den Ausgleich und schafften nach 27 Minuten Spielzeit mit dem 25:21 den 1:1-Satzausgleich.

Der dritte Satz war ein Spiegelbild des ersten Durchgangs: Bei den Roten Raben lief nur wenig zusammen und die Gäste aus Wiesbaden punkteten nach Belieben. Nach gerade Mal 19 Minuten ging der Satz mit 25:10 an das Team von Trainer Paul Sens. Weder Raben-Spielführerin Pia Fernau noch Mittelblockerin Tina de Groot hatten eine Erklärung für die leistungsmäßigen Schwankungen der Vilsbiburgerinnen. Pia verwies darauf, dass sie eine junge Mannschaft seien, die über wenig Bundesligaerfahrung verfügt und Tina ergänzte, das sie „alles gegeben haben und sehr froh sind, dass sie einen Satz gewonnen haben“.

Doch die Roten Raben ließen sich nicht unterkriegen: Lautstark angefeuert von den beinahe 900 Zuschauern gaben die Vilsbiburger Spielerinnen alles und schafften mit dem 25:23-Erfolg den 2:2-Satzausgleich.

Damit musste der Tiebreak über Sieg oder Niederlage entscheiden. Allerdings erwies sich erneut Wiesbaden als das abgeklärtere Team. Zum Seitenwechsel lag der VCW bereits mit 8:1 vorne und ließ sich bis zum Schluss die Butter nicht mehr vom Brot nehmen.

Spielführerin Pia Fernau fand es schön, dass sie sich zwei Sätze gesichert hatten. „Ich bin glücklich, dass wir einen Punkt geschafft haben“. Dem schloss sich auch Tina de Groot an und ergänzte, dass sie „sehr stolz ist, dass wir in vielen Phasen unsere Leistung abrufen konnten“. Raben-Trainer Gallardo gab zu bedenken, dass mit Jeannette Huskic und Brianna Green zwei wichtige Spielerinnen nach wie vor verletzungsbedingt fehlen würden. Gleichzeitig versprach er, dass sie sich weiterentwickeln werden und sich dann auch der Erfolg einstellen werde.

Gelegenheit dazu haben die Roten Raben schon am kommenden Dienstag (27. Oktober), wenn sie bei den Skurios Volleys in Borken antreten müssen. Das nächste Heimspiel können Volleyballfans am Samstag, 31. Oktober, um 19 Uhr in der Ballsporthalle erleben, wenn die Ladies in Black Aachen in Vilsbiburg zu Gast sein werden.

Rote Raben Vilsbiburg: Brodowski, Stiriz; Fernau, Kessler, Burbrink, de Groot, Hatch, Clemente, Sertic de Pra, Cavalcanti, Ellis
MVP: Amanda Cavalcanti / Marharyta Geiko
Zuschauer*innen: 892

Foto: Hermann Boxleitner / Rote Raben Vilsbiburg

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