Zwei HOCHWASSER-RÜCKHALTEBECKEN in OBERGLAIM fertiggestellt

Rund 32.000 Kubikmeter Rückhalteraum – großes Interesse bei öffentlicher Informationsveranstaltung

Oberglaim. Ein wichtiger Schritt für den Hochwasserschutz am Feldbach ist geschafft: Die beiden Hochwasserrückhaltebecken am Ortsausgang von Oberglaim in Richtung Grafenhaun sind fertiggestellt. Bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung vor Ort informierten sich kürzlich rund 40 Interessierte, überwiegend Anwohner, über die ausgeführte Baumaßnahme und deren Funktion.

Michael Hutzenthaler, Tiefbauingenieur des Marktes Ergolding, sowie Martin Schindler und Daniela Gschlößl vom Ingenieurbüro Ferstl erläuterten die bauliche Umsetzung und die Funktionsweise der beiden Becken. Dabei erklärten sie insbesondere die Drosseleinrichtungen, die dafür sorgen, dass das zurückgehaltene Wasser nur kontrolliert und in gedrosselter Menge wieder in den Feldbach abfließt. Bürgermeister Andreas Strauß informierte außerdem über die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Projekts.

In den vergangenen Jahren kam es entlang des Feldbachs wiederholt zu Überschwemmungen. „Um die Situation zu verbessern, gab der Markt Ergolding bereits 2010 ein Integrales Hochwasserschutzkonzept in Auftrag.“, erinnert sich Bürgermeister Andreas Strauß zurück. Dieses zeigte mehrere Gefahrenstellen entlang des Feldbachs auf, darunter auch in Oberglaim. Nach längerer Suche nach geeigneten Standorten konnte der Markt mehrere Wiesen am Ortsausgang Richtung Grafenhaun erwerben und damit die Grundlage für den Bau der beiden Rückhaltebecken schaffen.

Die beiden jeweils rund 340 Meter langen Becken haben ein Gesamtvolumen von rund 32.000 Kubikmetern. Das erste Becken kann etwa 21.200 Kubikmeter, das zweite rund 10.630 Kubikmeter Wasser aufnehmen. Erddämme stauen das Wasser bei einem Hochwasserereignis auf. Durch das Abgraben der Beckensohlen wurde zusätzliches Rückhaltevolumen geschaffen. In die Dämme integrierte Stahlbetonbauwerke mit Drosseleinrichtungen regulieren den Wasserabfluss. Für den Überlastfall sind Teile der Dammkronen mit Steinsatz gesichert, um Ausschwemmungen zu verhindern. Der Feldbach verläuft weiterhin in seinem bestehenden Bachbett. Teilbereiche wurden renaturiert, um den Gewässerbereich ökologisch aufzuwerten.

„Die beiden Rückhaltebecken sind ein erster wichtiger Baustein eines umfassenden Hochwasserschutzes am Feldbach.“, erklärt Michael Hutzenthaler bei der Infoveranstaltung. Für das bebaute Gebiet in Oberglaim ist damit bereits eine Verbesserung zu erwarten. Für einen Schutz vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis unter Berücksichtigung eines Klimafaktors von 15 Prozent sind jedoch weitere Maßnahmen erforderlich. Insgesamt wird dafür ein Rückhaltevolumen von rund 110.000 Kubikmetern benötigt.

Die Gesamtkosten des Projekts einschließlich des Grunderwerbs belaufen sich auf rund 3,89 Millionen Euro. Davon entfallen rund 2,35 Millionen Euro auf die Baumaßnahme. Der Markt Ergolding erhält voraussichtlich eine staatliche Förderung in Höhe von rund 1,56 Millionen Euro. Dies entspricht 60 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Die Planung übernahm das Ingenieurbüro Ferstl. Die landschaftspflegerische Begleitung und die integralen Maßnahmen lagen beim Büro Klaus + Salzberger. Die Bauarbeiten führte die Firma Bauer aus. Nach dem Baubeginn im September 2025 sind die letzten Arbeiten nun weitgehend abgeschlossen. Als abschließende Maßnahmen stehen noch Pflanzarbeiten entlang des Feldbachs an.

Bildunterschrift 1: Die beiden jeweils rund 340 Meter langen Becken haben ein Gesamtvolumen von rund 32.000 Kubikmetern. Das erste Becken kann etwa 21.200 Kubikmeter, das zweite rund 10.630 Kubikmeter Wasser aufnehmen.

Bildunterschrift 2: Erddämme stauen das Wasser bei einem Hochwasserereignis auf. Durch das Abgraben der Beckensohlen wurde zusätzliches Rückhaltevolumen geschaffen.

Bildunterschrift 3: Für den Überlastfall sind Teile der Dammkronen mit Steinsatz gesichert, um Ausschwemmungen zu verhindern.

Bildunterschrift 4: Michael Hutzenthaler (2.v.l.), Tiefbauingenieur des Marktes Ergolding, sowie Martin Schindler und Daniela Gschlößl (re.) vom Ingenieurbüro Ferstl erläuterten bei einer Infoveranstaltung die bauliche Umsetzung und die Funktionsweise der beiden Becken. Bürgermeister Andreas Strauß (Mitte) informierte außerdem über die finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen des Projekts. Vertreter des Marktgemeinderates waren vor Ort.

 

Fotos: Teresa Späth

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