ANTRAG: SICHERUNG des SPIELBETRIEBS des Landestheaters NIEDERBAYERN

Erarbeitung von Interims- und Notfallkonzepten

 

Antrag:

Der Stadtrat möge beschließen:

  1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, unverzüglich ein belastbares Interimskonzept für den Spielbetrieb des Stadttheaters Landshut zu erarbeiten, falls die Betriebsgenehmigung für das Theaterzelt am Messegelände über den Sommer hinaus nicht verlängert wird oder rechtliche Hürden den Spielbetrieb dort beenden.
  2. Hierbei sind ausdrücklich auch unkonventionelle Wege und Kooperationen zu prüfen. Dies schließt die Nutzung alternativer Spielstätten im Stadtgebiet sowie die verstärkte Zusammenarbeit mit Partnerstädten und anderen Städten ein. Auch ist Kontakt mit den weiteren Standorten im Verbund des Landestheaters Kontakt aufzunehmen, um hier gemeinsam Lösungen zu finden.
  3. Das primäre Ziel bleibt die schnellstmögliche Rückkehr in den Bernlochner-Komplex. Die Verwaltung soll parallel dazu einen aktualisierten Zeit- und Finanzierungsplan vorlegen, der die „kleine Lösung“ forciert.
  4. Die Stadt verstärkt den engen Dialog mit dem bayerischen Innen- und Kultusministerium und der Regierung von Niederbayern, um eine Sonderlösung zur Finanzierung der Eigenanteile zu erwirken, die den Haushalt der Stadt Landshut nicht über Gebühr belastet, aber den Fortbestand des Theaters rechtlich absichert.

Begründung:

Wie den Ausführungen in der kürzlich stattgefundenen Haushaltsklausur sowie der aktuellen Berichterstattung zu entnehmen ist, steht das Stadttheater Landshut vor einer existenziellen Krise. Oberbürgermeister Alexander Putz warnt vor einem „Schreckensszenario“, da das Innenministerium sich derzeit nicht in der direkten Zuständigkeit sieht und das Theaterzelt als Provisorium rechtlich an seine Grenzen stößt. Ein Ende des Spielbetriebs in Landshut hätte verheerende Folgen:

  • Gefährdung des Landestheaters: Ohne den Standort Landshut ist das gesamte Konstrukt des Landestheaters Niederbayern gefährdet. Dies würde die Kulturlandschaft der gesamten Region nachhaltig schädigen.
  • Arbeitsplatzsicherung: Zahlreiche Arbeitsplätze am Theater und bei zuliefernden Betrieben hängen direkt vom kontinuierlichen Spielbetrieb ab.
  • Kulturelle Identität: Die Kultur in Niederbayern braucht ein starkes Zentrum in der Bezirkshauptstadt.

Da es laut Artikel aktuell „keinen konkreten Plan B“ gibt, ist die Politik gefordert. Wenn das Zelt als Spielstätte wegbricht, dürfen wir nicht vor dem Nichts stehen. Wir müssen bereit sein, auch unkonventionelle Wege zu gehen und auch logistisch schwierigere Lösungen – wie etwa Ausweichspielstätten in anderen Städten – in Betracht zu ziehen, um das Ensemble zu halten. Beispielsweise steht die Stadt Deggendorf mit ihrer Stadthalle einer Kooperation offen gegenüber, wie ein Gespräch der Unterzeichnenden im Sommer 2025 ergab.

gez. Stadträtin Kirstin Sauter, gez. Stadtrat Jürgen Wachter

 

Bildbeschreibung: Foto stammt von der Besichtigung der Stadthalle Deggendorf im September 2025.
Foto: FDP-Landshut

 

 

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