Die aktuellen Bodenrichtwerte für den Landkreis Landshut zum Stichtag 1. Januar 2026 wurden vom Gutachterausschuss ermittelt und stehen nun fest. Diese ortsteilbezogenen Werte sind transparent und kostenlos im BayernAtlas einsehbar.
Zum 1. Januar 2026 zeigt sich folgendes Bild: Die Bodenpreisentwicklung ist überwiegend von Stagnation auf einem hochpreisigen Niveau geprägt. Die Spanne der Bodenrichtwerte für Wohnbauflächen für Ein- und Zweifamilienhäuser reicht in den Orten der Landkreisgemeinden von um die 150 Euro pro Quadratmeter in Schalkham und Kröning bis zu 770 Euro pro Quadratmeter in Piflas/Ergolding. Die Bodenwerte für gewerbliche Bauflächen sind ebenfalls wertstabil. Grün- und Ackerland bleiben im bundesweiten Vergleich weiterhin hochpreisig.

Übersicht zur Umsatzentwicklung des gesamten Grundstücksmarktes im Landkreis Landshut
Nach dem Einbruch des Immobilienmarktes im Jahr 2022 scheint sich der Markt nun wieder zu erholen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl an Kaufverträgen um 15 % auf 1429 Fälle gestiegen. Auch der Geldumsatz steigt wieder und ist mit Umsatzvolumen von 516 Millionen Euro wieder nahezu auf dem Niveau vor dem Ukrainekrieg (siehe Abb. 1). Die positive Entwicklung ist in allen drei Teilmärkten – den bebauten und unbebauten Grundstücken sowie dem Wohnungseigentum – vorhanden (siehe Abb. 2 und 3). In allen Bereichen steigen die Anzahl an Kaufverträge sowie der Geldumsatz wieder.

Entwicklung des Geldumsatzes aufgeschlüsselt nach den Teilmärkten bebaute Grundstücke, unbebaute Grundstücke und Wohneigentum

Entwicklung der Kaufzahlen aufgeschlüsselt nach den Teilmärkten bebaute Grundstücke, unbebaute Grundstücke und Wohneigentum

Lediglich der durchschnittliche Wohnflächenpreis für ältere Ein- und Zweifamilienhäuser (EFH/ZFH) ist weiterhin rückläufig (siehe Abb. 4). Im Jahr 2025 wurden im Landkreis über 250 Ein- und Zweifamilienhäuser verkauft, wobei im Durchschnitt ca. 3.200 €/m² Wohnfläche gezahlt wurde.

Entwicklung des durchschnittlichen Wohnflächenpreises pro Quadratmeter bei Ein- und Zweifamilienhäusern (Bestandsobjekte)
Der Teilmarkt Wohnungs- und Teileigentum scheint sich hingegen wieder zu stabilisieren, nachdem die Verkaufszahlen vor allem bei Neubauwohnungen wieder steigen. Während 2023 nur knapp über 20 neu gebaute Wohnungen verkauft wurden, sind es 2025 wieder knapp 70. Die Kaufpreise blieben seit 2023 konstant auf über 4.500 €/m² Wohnfläche bei Neubauwohnungen und bei ca. 3.400 €/m² beim Wiederverkauf von älteren Wohnungen (siehe Abb. 5).
Entwicklung der Kaufzahlen und Quadratmeterpreisen pro Wohnfläche von Erst- und Wiederverkäufen bei Eigentumswohnungen

Preis- und Kaufzahlenentwicklung von Wohnbaufläche für individuelles Wohnbauland
Insgesamt herrscht im Landkreis Landshut eine nahezu flächendeckende Stagnation des Bodenpreises für individuelles Wohnbauland auf hohem Niveau. Ein Quadratmeter Wohnbauland kostet im landkreisweiten Durchschnitt weiterhin ca. 300 Euro. Der Gesamtkaufpreis für ein Baugrundstück liegt meist bei 100.000 – 250.000 Euro. Die Inflation, hohe Zinsen und stetig steigende Baukosten machen den Neubau weiterhin schwer finanzierbar.
In den hochpreisigen Lagen im westlichen Landkreis (entlang der Stadt und der Autobahn) können beim Verkauf nichtmehr so hohe Quadratmeterpreise wie noch vor zwei Jahren erzielt werden und die Bodenrichtwerte sinken hier zufolge leicht. Einen Rückgang verzeichnen auch der Markt Ergoldsbach und die Gemeinde Neufahrn an der B 15n sowie die Stadt Vilsbiburg. Die Bodenrichtwerte der Hauptorte der übrigen Gemeinden bleiben überwiegend wertstabil, wobei die Spanne von 150 bis 520 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche reicht. Vor allem im ländlichen Bereich dominieren die Gemeinden weiter den Grundstücksmarkt. Hier werden auch leicht steigende Grundstückspreise angenommen. Die Preissteigerung ist unter anderem auch auf die gestiegenen Erschließungskosten zurückzuführen.
Bodenrichtwerte sind Durchschnittswerte des Bodenwerts, unabhängig davon, ob das Grundstück bebaut ist oder nicht. Sie werden vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte anhand einer stetig aktualisierten Kaufpreissammlung ermittelt. Die Daten basieren auf sämtlichen notariell beurkundeten Immobilienkaufverträgen. Der Landkreis Landshut stellt die Bodenrichtwerte für baureifes Land (vollerschlossenes Bauland für individuellen Wohnungsbau und Gewerbe), Acker- und Grünland sowie forstwirtschaftliche Flächen alle zwei Jahre bereit. Alle Informationen sind unter folgendem Link im BayernAtlas abrufbar:
Die Bodenrichtwerte im Stadtgebiet werden separat von der Stadt Landshut ausgewiesen.
Ein ausführlicher Immobilienmarktbericht zum Marktgeschehen im Landkreis Landshut erscheint voraussichtlich im Laufe des Jahres.
Bildunterschrift: Stellten die neuen Bodenrichtwerte für den Landkreis Landshut vor: Andreas Valenta (Vorsitzender des Gutachterausschusses), Sachbearbeiterin Jasmin Fischer, Sachbearbeiterin Sydney Aliçkaj und Landrat Alfred Holzner.
Fotos: Dominik Zeus