Marlene Schönberger besucht Vorzeigeprojekte im Landkreis Dingolfing-Landau
Die Grüne Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger hat im Landkreis Dingolfing-Landau zwei LEADER-Projekte besucht, um sich von der großen Bedeutung des EU-Förderprogramms LEADER für die Entwicklung des ländlichen Raums selbst ein Bild zu machen. Die LAG-Managerin Petra Wolf beantwortete die von Frau Schönberger, sowie den Grünen Kreisrät*innen Christine Aigner und Thomas Maier vorgebrachten Fragen und erläuterte die entsprechenden Sachverhalte. Frau Schönberger informierte sich über die Projekte und warnte angesichts der geplanten Änderungen im künftigen EU-Haushalt vor einem Rückbau der erfolgreichen Förderung.
Das EU-Programm LEADER blickt auf eine 35-jährige Erfolgsgeschichte zurück und hat unzählige Projekte in ländlichen Regionen ermöglicht. Für den EU-Haushalt 2028-2034 ist seine Zukunft jedoch ungewiss: Nach den bisherigen Vorschlägen der Europäischen Kommission für den Mehrjährigen Finanzrahmen ist LEADER zwar weiterhin grundsätzlich vorgesehen, jedoch entfällt die bislang verpflichtende Mittelbindung. Zudem besteht die Gefahr, dass die Mitgliedstaaten LEADER künftig nicht mehr flächendeckend umsetzen müssen. Darüber hinaus sollen zahlreiche Maßnahmen nur noch mit deutlich höheren nationalen Kofinanzierungsanteilen umgesetzt werden, wodurch sich der EU-Finanzierungsanteil gegenüber dem derzeitigen Niveau von bis zu 80 % teilweise auf etwa 40 % reduzieren könnte.
„Wer bei LEADER spart, spart am falschen Ende. Wir riskieren damit nicht nur wichtige Infrastruktur im ländlichen Raum, sondern auch regionale Identität und Entwicklungschancen. Jetzt stehen die Regierungsparteien in der Verantwortung, das Förderprogramm LEADER im kommenden Mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union auch über das Jahr 2028 hinaus vollumfänglich zu erhalten und finanziell abzusichern“, betonte Schönberger.
Auch LAG-Managerin Wolf unterstrich die Bedeutung des Programms: „Viele Projekte, die heute aus unserem Landkreis nicht mehr wegzudenken sind und von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern genutzt werden, wären ohne die LEADER-Förderung nicht realisierbar gewesen.“ Gleichzeitig sprach sie sich für eine Reform aus: „Der Erfolg des Bottom-up-Ansatzes basiert auf dem Engagement und der Eigenverantwortung der Menschen vor Ort. Dieses wertvolle Potenzial wird jedoch durch zunehmende bürokratische Anforderungen unnötig gehemmt.“

Auch Kreisrätin Christine Aigner und Kreisrat Thomas Maier sehen in LEADER einen unverzichtbaren Baustein für die Entwicklung der Region: „Wenn die Verfahren vereinfacht würden, kann LEADER seine Wirkung noch besser entfalten und zu einem noch stärkeren Motor für gesellschaftliche Teilhabe und einen lebendigen ländlichen Raum werden.“
Erste Station des Besuchs war das Gewässerkompetenzzentrum in Landau an der Isar, das mit rund 200.000 Euro aus dem LEADER-Programm gefördert wurde. Michael Kreiner, Erster Vorsitzender des Kreisfischereivereins Landau/Isar e. V. und Präsident des Fischereiverbands Niederbayern, stellte das in Ausstattung und Größe bayernweit einzigartige Zentrum vor.
„Wir können die Räumlichkeiten sehr vielfältig nutzen – für Vorbereitungskurse zur Fischereiprüfung, Schulungen angehender Fischereiaufseher, Kochkurse oder Gewässerkunde mit Grundschulklassen. Mit unserem hervorragend ausgestatteten Labor können wir zudem ein umfassendes Gewässermonitoring betreiben und Wasserproben professionell analysieren“, erläuterte Kreiner.
Anschließend besuchte die Delegation den benachbarten Box-Club Landau/Isar 1962. Seit dem Umzug in die neuen, ebenfalls mit LEADER geförderten Räumlichkeiten ist der Verein auf rund 480 Mitglieder gewachsen. Das Angebot richtet sich an Menschen aller Altersgruppen – vom Kindesalter bis ins Seniorenalter – und reicht vom klassischen Boxsport bis zu vielfältigen Breitensportangeboten.
Die sportliche Leitung Claudia Wagner betonte, dass die neue Mehrzweckhalle bewusst nicht nur für den eigenen Verein gebaut wurde: „Beim Bau der Halle haben wir von Anfang an die gesamte Region im Blick gehabt. Nach dem Motto ‚Vielfalt statt Spezialisierung‘ nutzen auch andere Vereine und Trainingsgruppen unsere Räumlichkeiten – etwa Tanzgruppen, Hapkido, Fitnessboxen oder Fußballmannschaften für das Wintertraining.“
Zum Abschluss zog Schönberger ein positives Fazit: „Die beiden Projekte zeigen eindrucksvoll, was LEADER leisten kann. Hier im Landkreis entstanden nicht nur neue Gebäude, sondern Orte der Begegnung, des Ehrenamts, der Bildung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Es lohnt sich für LEADER zu kämpfen.“