TAGESAUSFLUG der CSU-Senioren führte nach MÖDLAREUTH und SELB

Deutsch-Deutsche Geschichte hautnah erleben 

Landkreis. Der Tagesausflug der CSU‑Senioren nach Mödlareuth bot den Teilnehmern eine eindrucksvolle Begegnung mit der deutsch-deutschen Geschichte. Bereits bei der Ankunft wurde die Gruppe vom oberfränkischen Bezirksvorsitzenden Hermann Benker und der stellvertretenden Landrätin Annika Popp begrüßt, die später auch die Führung übernahm. Zum Einstieg sahen die Besucher den Film „Alltag an der Grenze“, der die Lebensrealität eines Dorfes zeigt, das ab 1949 durch die Gründung zweier deutscher Staaten buchstäblich entzweit wurde.

Während der Ostteil Mödlareuths zur DDR gehörte, lag der Westteil in der Bundesrepublik, eine Trennung, die Familien, Nachbarn und Freunde über Jahrzehnte voneinander isolierte. Erst mit der Wende 1989 wurde ein gemeinsames Leben wieder möglich. Teile der damaligen Mauer stehen heute als Mahnmal und prägen die Gedenkstätte Deutsch-Deutsches Museum Mödlareuth, die sich zu einem Ort der Erinnerung und der Begegnung entwickelt hat.

In ihrem Vortrag schilderte Annika Popp eindrücklich, wie die DDR nach der Flucht von mehr als drei Millionen Menschen in den Westen die Grenzanlagen systematisch ausbaute. Im Osten wurde begonnen, einen 5 km breiten Grenzstreifen, dann einen 500 m breiten Schutzstreifen und schließlich einen 10 m Kontrollstreifen zu errichten. Anfangs konnten Bewohner mit Passierschein oder „Kleinem Grenzschein“ den Tannbach noch überqueren, doch ab 1952 entstanden immer massivere Sperranlagen: zunächst wurde entlang der Grenze ein Bretterzaun gebaut, der dann mit Sperranlagen immer undurchlässiger, bis hin zur Betonstahlmauer ausgebaut wurde. Es folgten Stacheldraht, Beobachtungstürme, Land- und Sperrminen um ein Fliehen aus dem Osten unmöglich zu machen.  Beim Rundgang durch das Dorf konnten die Teilnehmer viele erhaltene Relikte dieser Zeit sehen. Popp erläuterte Aufbau und Funktion der Grenzanlagen und ergänzte ihre Ausführungen mit persönlichen Anekdoten und historischen Details. Zum Abschluss der Führung bedankte sich Renate Zitzelsberger im Namen der Gruppe für die informative und lebendige Darstellung.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen im Gasthof „Raitschin“ führte der Ausflug weiter nach Selb zum Porzellanikon, dem größten Porzellanmuseum Europas auf dem Gelände einer ehemaligen Rosenthal‑Fabrik. Bei einem Rundgang erfuhren die Besucher, wie aus einer unscheinbaren Masse über den gebrannten Scherben ein kunstvoll verziertes Porzellanstück entsteht. Historische Maschinen wie die Dampfmaschine oder die Trommelmühlen wurden in Live‑Vorführungen präsentiert, ebenso Arbeitsschritte der traditionellen Weißfertigung.

Auf der Rückfahrt ließen die Teilnehmer die Eindrücke des Tages Revue passieren, erfüllt von vielen neuen Erkenntnissen über ein Dorf, das wie kaum ein anderes für die Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands steht.

Bildbeschreibung:
Die Teilnehmer am ehemaligen Grenzstreifen mit der stellvertretenden Landrätin Annika Popp (links) .
Foto: CSU Senioren

weitere Beiträge