Ganzheitliche Prävention an Schulen: Servicestelle Suchtprävention an der Regierung von Niederbayern bringt Fachkräfte zusammen
Medienkonsum, Sucht und psychische Gesundheit beeinflussen sich häufig gegenseitig: Umso wichtiger sind Präventionskonzepte, die die verschiedenen Themen nicht isoliert, sondern gemeinsam in den Blick nehmen. Wie dieser ganzheitliche Ansatz an Schulen erfolgreich gelingen kann, zeigte das dritte Dialogforum der Servicestelle Suchtprävention an der Regierung von Niederbayern. Unter dem Titel „Gesamtkonzept Prävention an Schulen“ tauschten sich am Mittwoch Fachkräfte aus Schule, Jugendhilfe, Gesundheitsämtern und Polizei über aktuelle Entwicklungen und erfolgreiche Praxisbeispiele aus.
In ihrer Begrüßung betonte Regierungsvizepräsidentin Monika Linseisen die wichtige Bedeutung der gemeinsamen Zusammenarbeit und dankte den Teilnehmern für ihr wertvolles Engagement: „Präventionsarbeit ist Zukunftsarbeit und muss sich an den Lebenswelten junger Menschen orientieren. Unsere Schulen und die vielen Einrichtungen leisten hier Tag für Tag eine hervorragende Arbeit. Sie stärken Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung und begleiten sie dabei, Herausforderungen sicher zu begegnen. Wirksame und nachhaltige Prävention braucht Ausdauer, fachliche Kompetenz und verlässliche Netzwerke. Genau hier setzt das Dialogforum an: Es bringt engagierte Akteure zusammen, fördert den Austausch und trägt dazu bei, Präventionsarbeit gemeinsam zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“
Die Servicestelle Suchprävention ist vor drei Jahren mit der Aufgabe gestartet, Cannabisprävention an Schulen voranzutreiben. Mit der Erweiterung ihres Aufgabenspektrums um die „Prävention exzessiven Medienkonsums“ reagiert der Freistaat auf gesellschaftliche Entwicklungen und verfolgt mit einem umfassenden Maßnahmenpaket, unter anderem im Rahmen der Bayerischen Präventionsstrategie, das Ziel, Kinder und Jugendliche zu einem verantwortungsvollen und gesunden Umgang mit digitalen Medien zu befähigen. Gleichzeitig sollen Eltern und Schulen bei der Medienerziehung unterstützt werden.
Wie das in der Praxis an den Schulen bestmöglich gelingen kann, stand im Mittelpunkt des jüngsten Dialogforums: Zum Auftakt stellte Katharina Drescher, die an der Universität Passau und dem Wirtschaftsforschungsinstitut in Wien tätig ist, aktuelle Forschungsergebnisse zur Wirkung von Schulsozialarbeit vor und beleuchtete deren Einfluss auf Bildungserfolg, soziale Teilhabe und Jugendkriminalität. Anschließend präsentierte das Präventionsteam des Robert-Koch-Gymnasiums Deggendorf sein ausgezeichnetes Präventionskonzept, das verschiedene Präventionsbereiche systematisch miteinander verknüpft und damit als beispielgebendes Modell für andere Schulen dienen kann.
In den anschließenden Workshops erhielten die Teilnehmer praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Handlungsfelder. Julia Dichtl vom Gesundheitsamt Dingolfing-Landau zeigte auf, wie Jugendliche in ihren digitalen Lebenswelten erreicht werden können und welche präventiven Ansätze sich insbesondere auch in leichter Sprache bewährt haben. Darüber hinaus stellte Birgit Schnellinger das Programm „HSN – Helfen in seelischer Not“ vor, das Kompetenzen der „Psychischen Ersten Hilfe“ vermittelt und einen wichtigen Beitrag zur Förderung psychischer Gesundheit leistet.
Das Dialogforum der Servicestelle Suchtprävention an der Regierung hat sich als wichtige Plattform für Vernetzung und fachlichen Austausch in Niederbayern etabliert. Informationen gibt es auch online unter www.regierung.niederbayern.bayern.de. Für weitere Informationen steht Karin Bilek vom Suchtpräventionsteam der Regierung von Niederbayern unter Telefon 0871-8081219 zur Verfügung.