ACE-APPELL an alle ELTERN: Lassen Sie das ELTERNTAXI stehen!

Am 15. September sind die Schülerinnen und Schüler in Bayern in das neue Schuljahr gestartet – an über 2.400 Grundschulen ist nach den Sommerferien wieder Leben eingekehrt.

Etwa 500.000 Kinder werden die Grundschulklassen besuchen, etwa 132.000 von ihnen sind ABC-Schützen. „Unser Ziel ist es, dass alle diese Kinder gesund in der Schule an- und nach dem Unterricht auch wieder gesund nach Hause kommen“, so Ursula Hildebrand, Regionalbeauftragte Club und Ehrenamt beim Auto Club Europa (ACE), zuständig für Südbayern.

Das Thema Schulwegsicherheit ist eines, dem sich der ACE mit zahlreichen Aktionen immer wieder widmet – lokal und auch bundesweit. So drehte sich im vergangenen Jahr bei der bundesweiten Ehrenamtsaktion, der Clubinitiative, alles um die Frage, wie sicher unsere Kinder zur Schule und wieder nach Hause kommen. Im Mittelpunkt der Clubinitiative „Easy Going – Schulweg-Index 2025“, die in Kooperation mit dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) umgesetzt wurde, standen zwei Kernfragen: Wie sicher ist die Verkehrsinfrastruktur im Umfeld von Schulen? Und: Welche Auswirkungen hat der zunehmende Bringverkehr auf die Sicherheit der Kinder? Die erhobenen Daten flossen in den „ACE-Schulweg-Index“ ein, der ein umfassendes Lagebild zur Schulwegsituation in Deutschland geliefert hat. Das Ergebnis der Checks war vorhersehbar: Die Infrastruktur an den in Bayern getesteten Schulen war meist in Ordnung, teilweise wurde sogar die Bewertung „sicher“ vergeben. Aber: Die vielen Elterntaxis trüben die Gesamtauswertung. Vielfach musste bei den Tests – alleine in Südbayern waren die Ehrenamtlichen an 20 Schulen unterwegs – festgestellt werden, dass im Halteverbot angehalten oder sogar geparkt wird. Selbst vor und in Feuerwehrzufahrten wurde angehalten. „Wir hatten bei den Tests auch einige Schulen, die wirklich gut auf Elterntaxis vorbereitet sind – zum Beispiel mit so genannten Elternhaltestellen. Wir mussten aber auch feststellen, dass diese extra ausgeschilderten Parkplätze immer mal wieder von Dauerparkern belegt waren. Teilweise wurden diese Elternhaltestellen auch gekonnt ignoriert“, schildert Hildebrand die Eindrücke von den Checks.

Und nun hat das neue Schuljahr begonnen, wieder sind die Kinder – und leider auch die Elterntaxis auf den Straßen unterwegs. „Hier haben wir die dringende Bitte, das Elterntaxi auch mal stehen zu lassen und die Kinder zu ermutigen, den Schulweg – soweit möglich – zu Fuß zu bestreiten“, so Hildebrand. „Der kürzeste Weg ist dabei aber nicht immer der sicherste. Ein sicherer Schulweg zeichnet sich durch intakte und breite Gehwege, sichere Querungsmöglichkeiten wie Ampeln oder Zebrastreifen und eine übersichtliche Streckenführung aus. Lieber einen kleinen Umweg in Kauf nehmen, wenn dadurch Gefahrenstellen umgangen werden können“, so Hildebrand. In vielen Städten und Gemeinden helfen zum Beispiel Schulwegpläne dabei, geeignete Strecken zu finden. Sie sind über die Schulen, die Polizei oder Straßenverkehrsbehörden erhältlich. Auch Schulweghelfer machen den Weg sicherer.

„Wer sein Kind regelmäßig zur Schule fährt, nimmt ihm nicht nur Bewegungsmöglichkeiten, sondern auch wichtige Lernerfahrungen. Denn nur durch regelmäßiges Üben im echten Verkehr können Kinder Gefahren erkennen und angemessen reagieren lernen. Außerdem ist auch der gemeinsame Schulweg mit Freundinnen oder Freunden eine wichtige Erfahrung, die man seinem Kind nicht nehmen sollte“, rät Hildebrand. Und: Das eigene Kind im Elterntaxi mag sicher zur Schule kommen – „viele Eltern sind sich aber nicht bewusst, dass sie mit ihrem Fahrzeug alle anderen Kinder, die zu Fuß unterwegs sind, gefährden“. Auch hier sei es ratsam, den Blick auf die Gesamtsituation rund um die Schule zu lenken – und zum Beispiel, wenn vorhanden, eine Elternhaltestelle zu nutzen, um Kinder aus- oder einsteigen zu lassen.

„Wir appellieren an alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer, in den kommenden Wochen im Umfeld von Schulen besonders vorsichtig zu fahren. Gerade die Kinder der ersten Klassen sind noch nicht fit in Sachen Straßenverkehr, sie brauchen noch Übung, um sich sicher auf der Straße zu bewegen“, so Hildebrand. Allen Eltern rät der ACE, den Schulweg ihrer Kinder in der Anfangszeit zu begleiten – nach Möglichkeit aber nicht mit dem Elterntaxi!

Weitere Infos zur ACE-Clubinitiative 2025 sowie das Gesamtergebnis sind im Internet unter www.ace-clubinitiative.de abrufbar.

Fotos: Ursula Hildebrand
Bildbeschreibung: An immer mehr Schulen gibt es so genannte Elternhaltestellen, die das Anhalten der Elterntaxis sicherer machen.

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