POETISCHES von Oskar STOCK: „Damenwahl“ – „Ein Haar“

Damenwahl

 

Der Fridolin beim Faschingsball …
scheut eines nur – die Damenwahl,
denn da er meistens „solo“ ist,
und gute Laune nicht vermisst,
da reißen sich um ihn die Frauen,
um sich auf’s Tanzparkett zu trauen.
Da nimmt der Fridolin „Reißaus“,
sucht sich ein „stilles Örtchen“ aus,
wohin er flüchtet, was man versteh’ –
zur Damenwahl, nah’ ins „WC“.
Ein Haar
Am dunklen Anzug, voller Spott,
da prangt es grell in Tizianrot,
als sei es geradezu erpicht,
damit es gut ins Auge sticht.
Die Gattin mit brünettem Haar,
das nachweisbar nie rötlich war,
bemerkt es auf den ersten Blick,
und nimmt sich das bewusste Stück.
Dem Manne fehlt, sichtlich erschreckt,
ein Alibi, welches ihn deckt,
und außerdem kennt er fürwahr,
kein Mädchen mit solch’ rotem Haar.
Doch stellt sich später rasch heraus,
was wie ein Mädchenhaar sieht aus,
das ist ein Faden, ein Gesponnst –
und aller Ärger war umsonst.
Foto: O. Stock priv.

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