POETISCHES von Oskar STOCK: „DER KIRCHWEIHBRATEN“ – „DURST GEHABT“

Der Kirchweihbraten

Als Krönung gilt in manchem Haus,
ein Entenvieh als Festtagsschmaus,
gefüllt mit Hackfleisch, als Zutat Kohl,
dient es so recht des Leibes Wohl.
Deshalb besorgte so ein Tier,
auch ich zum Feiertage mir,
gerupft bereits und ohne Kopf,
für uns und unsern Bratentopf.
Was später dann im Topfe briet,
war gut, was schon der Duft verriet,
auch knusprig braun ringsum die Haut,
nebst Beilage Knödel, Saft und Kraut.
Doch eine Freundin meiner Frau,
stahl uns zu Kirchweih dann die Show,
denn wenn zu lang das Telefonat –
wird auch die beste Ente verkohlt und fad.
Oskar Stock

Durst gehabt

 

In der Kirche – zu Erntedank,
Früchte den Altar entlang,
Obst, Gemüse und noch mehr,
Honig, Wein, gar herbstlich sehr.
Nach der Messe, am nächsten Tag;
es fehlt der Wein, der einst hier lag;
da meint der Pfarrer, indem er labt:
„Da hat wohl jemand Durst gehabt!“
Oskar Stock
Foto: O. Stock

 

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