Sicherheitsgespräch zwischen Polizei und Stadt Landshut

LANDSHUT. Der niederbayerische Polizeivizepräsident Manfred Gigler überreichte am Freitag, 03.06.2022, gemeinsam mit Leitendem Polizeidirektor Robert Weber (Leiter PI Landshut), Polizeioberrat Georg Marchner (Leiter VPI Landshut) und Leitendem Kriminaldirektor Werner Mendler (Leiter KPI Landshut) im Rahmen des jährlichen Sicherheitsgesprächs den Sicherheitsbericht 2021 für die Stadt Landshut an Oberbürgermeister Alexander Putz. In nahezu allen Kriminalitätsbereichen waren Rückgänge zu verzeichnen.

Anmerkung:

Aus Gründen einer aussagekräftigeren Darstellung werden die nachfolgenden Fallzahlen der jeweiligen Deliktsarten jeweils ohne ausländerrechtliche Verstöße (illegaler Grenzübertritt/Aufenthalt und Urkundendelikte) aufgeführt.

Gesamtkriminalität, Häufigkeitszahl und Aufklärungsquote

Polizeivizepräsident Manfred Gigler und Leitender Kriminaldirektor Paul Mader berichteten von einem Rückgang der Gesamtkriminalität in der Stadt Landshut um 680 Straftaten (- 13.3 %) auf insgesamt 4.416 Fälle (2020: 5.096). Sie machten jedoch deutlich, dass auch 2021 die Corona-Pandemie Auswirkungen auf die Kriminalität hatte. Es ist davon auszugehen, dass durch die pandemiebedingten Einschränkungen auch Tatgelegenheiten weggefallen sind. Die Aufhebung dieser Einschränkungen könne sich möglicherweise wieder in steigenden Deliktszahlen in diesem Jahr bemerkbar machen.

Ein wichtiger Index für die Kriminalitätsbelastung der Bevölkerung ist die sog. Häufigkeitszahl (HZ). Sie gibt die Anzahl der erfassten Straftaten im Jahr, gerechnet auf 100.000 Einwohner, wieder. Für die Stadt Landshut beträgt die HZ für das vergangene Jahr 6.044; dies entspricht einem Rückgang von 12,9 % (- 898) im Vergleich zum Vorjahr.

Der Anteil der geklärten Straftaten konnte um 0,9 % gegenüber 2020 (69,8 %) auf 70,7 % gesteigert werden. Die Stadt Landshut liegt damit bei der Aufklärungsquote deutlich über dem bayernweiten Durchschnitt von 66,9 %.

Gewalt-, Straßen- und Diebstahlskriminalität auf einem 10-Jahres-Tief

Im Bereich der Gewaltkriminalität ist ein Rückgang um 76 Fälle, auf insgesamt 144 Delikte zu verzeichnen. Bei der Gewaltkriminalität werden unter anderem sämtliche Straftaten gegen das Leben oder die körperliche Unversehrtheit erfasst.

Die Straßenkriminalität weist gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang um 277 Fälle auf 841 Straftaten auf. Bei der Straßenkriminalität werden solche Delikte erfasst, die ausschließlich oder überwiegend auf öffentlichen Straßen, Wegen oder Plätzen begangen werden.

Positiv haben sich im vergangenen Jahr auch die Fallzahlen bei der Diebstahlskriminalität entwickelt. Die Diebstähle sind um 270 Fälle auf nunmehr 980 Delikte zurückgegangen.

Damit liegen die Fallzahlen bei der Gewalt-, Straßen- und Diebstahlskriminalität jeweils auf dem niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.

Auch bei den Wohnungseinbrüchen war ein erneuter Rückgang von 36 (2020) auf 21 Delikte im vergangenen Jahr festzustellen.

Die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität wird auch weiterhin, sowohl im repressiven, als auch im präventiven Bereich eine hohe Priorität in unserer täglichen Arbeit haben, so Leitender Kriminaldirektor Paul Mader.

Rauschgiftkriminalität

Die Fallzahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität haben sich im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2020 von 579 auf 684 Delikte erhöht. Die Rauschgiftkriminalität umfasst dabei fast ausschließlich Delikte, die zumeist durch polizeiliche Ermittlungen erst aufgedeckt werden. Deshalb bringt dieser Deliktsbereich einen Zusammenhang zwischen statistischem Fallaufkommen und erfolgreicher Intervention der Polizei zum Ausdruck, führte Paul Mader weiter aus.

Verkehrsunfallstatistik

Neben der Kriminalitätslage reflektierten die Teilnehmer auch die polizeiliche Verkehrsunfallstatistik. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr (2.346) um 1,5 % auf 2.310 Unfälle zurückgegangen. Auch die Zahl der Verkehrsunfälle mit Personenschäden ist rückläufig. Registrierte man im Stadtgebiet Landshut unter Einbeziehung der BAB A 92 im Jahr 2020 noch 345 Verkehrsunfälle mit Personenschaden ereigneten sich im vergangenen Jahr 334 Verkehrsunfälle mit Personenschäden.

Hauptunfallursachen sind nach wie vor nicht angepasste bzw. überhöhte Geschwindigkeit und Fahren unter Alkoholeinfluss. Im Vergleich zu 2020 sind die Geschwindigkeitsunfälle von 27 auf 17 und die Alkoholunfälle von 31 (2020) auf 24 (2021) zurückgegangen.

In Anlehnung an das neue Verkehrssicherheitsprogramm 2030 „Bayern mobil – Sicher ans Ziel“ führt das Polizeipräsidium Niederbayern auch heuer wieder verstärkte Kontrolltätigkeiten zur Bekämpfung der Hauptunfallursachen durch. Dies wird für unsere Kolleginnen und Kollegen auch in diesem Jahr zu den Hauptaufgaben im Verkehrsbereich gehören“, so Polizeivizepräsident Gigler und Polizeioberrat Georg Marchner.

Der Polizeivizepräsident betonte im Rahmen des Sicherheitsgespräches, dass neben der Gewährleistung der objektiven Sicherheitslage und der Verkehrssicherheit insbesondere die Stärkung des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung eine zentrale Aufgabe der niederbayerischen Polizei einnimmt.

Die Polizei Landshut will das erreichte Sicherheitsniveau nachhaltig stärken und damit einen wesentlichen Teil dazu beitragen, dass die hohe Lebensqualität in Landshut weiterhin in dieser Form wahrgenommen werden kann. Eine gute objektive Sicherheitslage und damit einhergehend ein gutes Sicherheitsgefühl sind auch ein wesentlicher Standortfaktor für unsere Region, so Robert Weber, Leiter der PI Landshut.

Abschließend bedankte sich Polizeivizepräsident Manfred Gigler im Namen aller Polizeibeschäftigten für die professionelle und sehr kollegiale Zusammenarbeit mit der Stadt Landshut.

Oberbürgermeister Alexander Putz gab diesen Dank gerne zurück: „Der neue Sicherheitsbericht zeigt, welch hervorragende Arbeit die Polizei vor Ort leistet. Mit ihrem vorbildlichen Einsatz tragen die Beamtinnen und Beamten entscheidend dazu bei, dass sich die Menschen in unserer Stadt jederzeit sicher fühlen können. Dafür haben alle Polizeibediensteten Respekt und Anerkennung verdient.“ Umso verstörender sei es, dass es leider immer wieder zu verbalen oder gar körperlichen Angriffen auf Polizisten komme, so Putz. „Die jüngsten Vorfälle auf der Frühjahrsdult, als einige Einsatzkräfte von Angreifern teils ernsthaft verletzt wurden, sind eine Schande für unsere Stadt und dürfen sich nicht wiederholen.“ Prävention und Aufklärung der Bevölkerung seien daher oberstes Gebot, betonte der Rathauschef. „Ich hoffe, dass unsere neue Aktion ‚Respekt – für unsere Sicherheit: In jeder Uniform steckt ein Mensch‘ die gewünschte Wirkung haben wird und dass sich solche Vorkommnisse nicht mehr wiederholen!“

Bildbeschreibung: v.l.: Rechtsreferentin Dr. Kristina Neumaier, LKD Werner Mendler, LPD Robert Weber, Stadtdirektor Andreas Bohmeyer, Oberbürgermeister Alexander Putz, Polizeivizepräsident Manfred Gigler, POR Georg Marchner, LKD Paul Marder
Foto: Polizei Landshut

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