Trauer als Prozess, den M E N S C H E N im System begreifen   

Professionelle Trauerbegleitung auf der Palliativstation der LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf

Landshut-Achdorf – Eine lebensverkürzende Erkrankung beziehungsweise Diagnosestellung entzieht dem Patienten und dessen gesamten Umfeld den sichergeglaubten Boden unter den Füßen. Gleichzeitig bedingt diese Gewissheit oft auch einen langwierigen Trauerprozess, der von der Diagnose über den Tod des Betroffenen bis weit darüber hinaus reicht. Erkrankte, Kinder, Eltern, Enkel, Freunde und das gesamte soziale Umfeld trauern und verabschieden sich individuell. Professionelle Trauerbegleitung agiert daher systemisch und begrenzt ihre Angebote und Tätigkeiten mitnichten auf die Lebenszeit des Betroffenen, sondern berät und betreut dessen Umfeld auch nach dem Verlust weiter.

Auf der Palliativstation der LA-Regio Klinik Landshut-Achdorf nimmt die Trauerbegleitung bereits seit vielen Jahren eine prominente Rolle innerhalb des multiprofessionellen Teams ein. Im engen Schulterschluss mit der Seelsorge, der Psychologie sowie pflegerischen und ärztlichen Berufsgruppen werden die Patienten und deren Liebste umfassend betreut und aufgefangen. Gleichzeitig arbeiten die Verantwortlichen stets an der Verbesserung, Zugänglichkeit und Individualisierung des Angebots. Manuela Held-Shawish und Manuela Mayrhofer absolvierten zu diesem Zwecke die einjährige Weiterbildung zur zertifizierten Trauerbegleiterin und fungieren seither als zentrale Ankerpunkte auf der Station 5C.

Der Fokus ihrer mannigfaltigen Tätigkeit liegt auf den Angehörigen und der professionellen Begleitung des Trauerprozesses. „Angehörige verstehen den aufgezeigten medizinischen Weg zumeist, jedoch bedeutet die lebensverkürzende Erkrankung eines geliebten Menschen immer eine emotionale Ausnahmensituation für das gesamte System des Patienten“, erläutern die Trauerbegleiterinnen die verschiedenen Ebenen dieses Prozesses. Ihr Auftrag besteht entsprechend darin, der emotionalen Überförderung einfühlsam und auf Augenhöhe zu begegnen und individuelle Angebote zur Aufarbeitung und Begleitung zu schaffen. „Enkel oder Kinder können so nochmals gemeinsame Erinnerungen mit ihren Eltern oder Großeltern gestalten“, nennen jene beispielhaft den Trostkoffer für Kinder und Jugendliche oder die Anfertigung von Handabdrücken im Rahmen der Kunsttherapie als verbindende Elemente der Trauerbegleitung.

Der Weg der trauernden Angehörigen endet jedoch keineswegs nach dem Ableben ihrer Liebsten, weshalb auch die Trauerbegleitung umfassende Nachsorge leistet. Die Familie/Nächsten eines jeden auf der Palliativstation der Klinik Landshut-Achdorf verstorbenen Patienten werden sodann mit gewissem zeitlichen Abstand nochmals von Manuela Held-Shawish und Manuela Mayrhofer kontaktiert. Das soziale System des Verstorbenen fühlt sich so weiter gesehen und kann die anschließende Einzel- oder Familienbegleitung der ausgebildeten Fachkräfte wahrnehmen. „Die Begleitung gestaltet sich individuell nach den Bedürfnissen der Trauernden und kann von Gesprächen, über Trauerspaziergänge bis zum gemeinsamen Besuch der Ruhestätte des Verstorbenen vieles realisieren. Wir sind für die Trauernden da, hören bewertungsfrei zu und leisten emotionalen Beistand“, skizzieren die Trauerbegleitung die maximale Individualisierung ihrer Angebote.

Bei Bedarf oder auf Wunsch verweist die Trauerbegleitung der LA-Regio Kliniken allerdings auch gerne auf den Hospizverein Landshut und weitere Kooperationspartner, ohne welche das eng gestrickte Fallnetz der Hospiz- und Palliativbewegung nie aufgespannt werden könnte. Innerhalb des klinischen Settings steht die Expertise von Manuela Held-Shawish und Manuela Mayrhofer ferner nicht nur der Palliativstation, sondern allen Fachbereichen und allen Standorten der LA-Regio Kliniken bei Bedarf zur Verfügung. Um ihren fachlichen Horizont stetig zu erweitern und für alle eine altersadäquate Begleitung anbieten zu können, absolvieren die Fachkräfte derzeit beziehungsweise künftig ferner die Weiterbildung für die Trauerbegleitung von Kindern und Jugendlichen.

Bildunterschrift:
Manuela Mayrhofer (l.) und Manuela Held-Shawish (r.) bilden das Team Trauerbegleitung.
Bildquelle:
Elisabeth Lackermeier / LA-Regio Kliniken

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