Landshuter MittelschĂŒler debattieren mit Bundestagsabgeordneten Florian OĂner
Die Abschlussklassen der Mittelschule St. Nikola in Landshut tauschten das Lehrbuch gegen gelebte Demokratie: Als Vorbereitung auf ihre anstehende Abschlussfahrt zur Bundeshauptstadt Berlin holten sich die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler den CSU-Bundestagsabgeordneten Florian OĂner direkt in das Klassenzimmer. In einer lebhaften Diskussion ging es um den Berliner Politikbetrieb, die Kosten des FĂŒhrerscheins und drĂ€ngende gesellschaftliche Fragen.
Einblick in den Berliner Alltag
Klassenleiter Sebastian Stauder initiierte den Besuch, um den Jugendlichen einen praxisnahen Blick auf die Bundespolitik zu ermöglichen. OĂner berichtete zu Beginn offen ĂŒber seinen dichten Terminkalender und den Spagat zwischen den Sitzungswochen in der Bundeshauptstadt und der Arbeit vor Ort in der Region Landshut-Kelheim.
Die SchĂŒler zeigten sich besonders am persönlichen Alltag des Politikers interessiert. Auf die Frage einer SchĂŒlerin nach persönlichen Anfeindungen reagierte OĂner differenziert: Zwar benötige man in der Bundespolitik ein „dickes Fell“, die Situation fĂŒr polarisierende Politiker an den politischen RĂ€ndern schĂ€tze er jedoch als deutlich schwieriger ein. „Als Vertreter einer Partei der Mitte, die aktuell stark daran arbeitet, Lösungen zu finden, erhalte ich vor allem inhaltliche Kritik, aber wenige Beleidigungen“, betonte OĂner. Solche sachliche Kritik sei fĂŒr den politischen Meinungsbildungsprozess wertvoll und absolut notwendig.
FĂŒhrerscheinreform und Migration
Dass die Jugendlichen die aktuellen Nachrichten sehr genau verfolgen, bewiesen ihre gezielten Fragen zu konkreten Gesetzesvorhaben. GroĂes Thema im Raum war die angekĂŒndigte FĂŒhrerscheinreform. Der Haushaltspolitiker OĂner machte den angehenden Autofahrern Hoffnung: Durch die geplante Streichung bestimmter Pflichtstunden und weitere Erleichterungen solle der Auto-FĂŒhrerschein fĂŒr die SchĂŒlerinnen und SchĂŒler spĂŒrbar gĂŒnstiger werden.
Auch vor den komplexen und emotionalen Themen der Bundespolitik machten die Klassen nicht halt. Intensiv diskutiert wurde die Migrationspolitik der AfD. Der Wirtschaftspolitiker fand hierzu klare Worte und unterstrich die fundamentale Bedeutung von Zuwanderung fĂŒr den deutschen Arbeitsmarkt: „Ohne die Arbeit von Migranten wĂŒrde unser Land kollabieren. Wir brauchen sie in medizinischen Berufen, in der Pflege genauso wie im Baugewerbe. Jeder, der selbst dazu beitrĂ€gt, seinen Lebensunterhalt zu verdienen, ist willkommen. Dem Rest dĂŒrfen wir es jedoch nicht so leicht machen. Deshalb haben wir verstĂ€rkte Grenzkontrollen durchgesetzt“, so OĂner. Die populistischen PlĂ€ne der AfD zur sogenannten „Remigration“ bezeichnete der CSU-Abgeordnete als „fatales Zeichen“, das fĂŒr Deutschland als drittgröĂte Volkswirtschaft der Welt völlig kontraproduktiv wĂ€re.
Bildunterschrift:
Die interessierten Abschlussklassen der Mittelschule St. Nikola stimmten sich mit MdB Florian OĂner auf ihre Abschlussfahrt nach Berlin ein.
Foto: Maria Rohrmeier.