Weihnachts- und Neujahrsgruß des Bezirkstagspräsidenten von Niederbayern

Corona mit seinen Auswirkungen wird uns in Erinnerung bleiben

Waren die zurückliegenden Jahre von wirtschaftlichem Aufschwung geprägt, wird uns 2020 als das Jahr des Corona-Ausbruchs mit seinen gravierenden Auswirkungen in Erinnerung bleiben. Wir wurden gemahnt, unser wohl geordnetes Leben nicht als selbstverständlich anzusehen und bekamen vor Augen geführt, dass unsere Existenz trotz allen Fortschritts ein fragiles Konstrukt ist.

Erstmals seit vielen Jahrzehnten sind wir in der Freiheit unseres Tuns eingeschränkt. Eine Erfahrung, die ein Großteil von uns noch nie gemacht hat. Besonders belastend ist die Situation für unsere pflegebedürftigen, alten, psychisch kranken und behinderten Mitmenschen. Sie haben unter Isolation, Kontaktbeschränkung oder Besuchsverbot besonders zu leiden. Mit Blick auf das Ausland können wir dennoch dankbar sein für ein Gesundheitssystem, das uns bislang vor so schrecklichen Bildern wie aus einigen europäischen Nachbarländern bewahrt hat. Allen, die in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen ihren Dienst am Menschen verrichten, gebührt höchste Anerkennung.

Auch in unseren Psychiatrischen Bezirkskrankenhäusern wurden zum Schutz unserer Patientinnen und Patienten wie auch der Beschäftigten entsprechende Maßnahmen ergriffen. Laufende Investitionen des Bezirks in seine Kliniken gewährleisten nicht nur die bestmögliche medizinische Versorgung, sondern auch ein modernes Umfeld, in dem sich unsere Patienten wohlfühlen können. Das Bezirksklinikum Mainkofen kommt im nächsten Jahr mit der Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts und den Vorarbeiten für den dritten Bauabschnitt der kompletten Neustrukturierung wieder einen Schritt näher. Erste Planungen laufen für die Erweiterung des Bezirkskrankenhauses Passau und in Waldkirchen wird eine weitere Institutsambulanz als Außenstelle der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Bezirkskrankenhauses Landshut in Betrieb gehen. In Landshut wird auch die Leitstelle für den „Psychiatrischen Krisendienst Niederbayern“ installiert. Die Hotline für Menschen in akuten seelischen Krisen soll Anfang Februar anlaufen.

Eine große Herausforderung stellen für den Bezirk erneut die steigende Sozialausgaben dar, die größtenteils auf höhere Ausgaben bei der Eingliederungshilfe in der seit 2020 geltenden Fassung des Bundesteilhabegesetzes sowie der Hilfe zur Pflege zurückzuführen sind.

Die Auswirkungen der Corona-Krise ziehen sich angefangen bei den Familien durch das gesamte öffentliche Leben. In einer prekären Lage befinden sich beispielsweise kulturelle Institutionen und Kulturschaffende – abgesagte Veranstaltungen, geschlossene Theater, Museen, Galerien schmerzen sehr. 2021 werden hoffentlich wieder viele Kulturveranstaltungen und -projekte stattfinden können, die der Bezirk wie bisher im Rahmen seiner Leistungsfähigkeit finanziell unterstützen wird.

Auch die Freilichtmuseen in Finsterau und Massing im Rottal mussten zeitweise schließen. An beiden ist der Bezirk zu 60 Prozent beteiligt. Wie auch an den Zweckverbänden der fünf niederbayerischen Heil- und Thermalbäder in Bad Füssing, Bad Birnbach, Bad Griesbach, Bad Gögging und Bad Abbach. Auch sie mussten den Kurbetrieb einstellen bzw. die Besucherzahl drastisch reduzieren.

Stete Veränderung kennzeichnet die fünf niederbayerischen Heil- und Thermalbäder, die in ihren Regionen wichtige Wirtschaftsfaktoren und bedeutende Arbeitgeber sind.

Verändertes Freizeitverhalten und die steigende Zahl von Bädern mit Sauna- und Wellnessbereichen schlagen sich in den Thermalbädern seit einigen Jahren in rückläufigen Besucherzahlen und damit sinkenden Einnahmen nieder. Die Existenz aller Thermalbäder zu sichern ist dennoch unstrittig, denn die Corona-Krise hat deutlich gezeigt, sie sind die unverzichtbaren Zugpferde des Fremdenverkehrs in den Kurorten.

Seit Juli steht fest, es wird eine Neukonzeption für die fünf Thermalbäder geben. Noch Ende dieses Jahres geht es an die konkrete Erarbeitung des Konzepts, bis Mitte nächsten Jahres soll das Projekt abgeschlossen sein. Neben wirtschaftlichen, personellen und inhaltlichen Überlegungen hat oberste Priorität, die Individualität der einzelnen Heilbäder zu erhalten. Nicht Konkurrenz, sondern ein auf ihre Stärken, auf „ihre“ Kurgäste zugeschnittenes Angebot steht im Vordergrund.

Im Kontext zu diesem Vorhaben hat der Bezirk großes Interesse daran, die offene Badekur wieder als Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkassen einzustufen. Neben dem gesundheitspolitischen Aspekt ist dies auch ein bedeutsamer konjunktureller Beitrag zur Stabilisierung der Heilbäder und Kurorte in der Corona-Krise.

Ein schwieriges Jahr geht zu Ende. COVID-19 hat die Welt verändert. Wir alle wünschen uns, im kommenden Jahr wieder zur „Normalität“ zurückkehren zu können. Behalten wir bis dahin die nötige Solidarität, um diese Krise zu meistern, lassen wir Herz und Verstand sprechen, Respekt walten.

Im Namen des Bezirkstags von Niederbayern und persönlich wünsche ich allen Bürgerinnen und Bürgern gesegnete, friedvolle Weihnachten, Glück und Zufriedenheit, vor allem aber Gesundheit und Gottes Segen für das neue Jahr.

Landshut, im Dezember 2020, Dr. Olaf Heinrich Bezirkstagspräsident

Ein paar weitere Informationen zu den Kurmittelhäusern

Europa Therme Bad Füssing

2021 werden ca. 4,5 Mio. Euro in den Neubau der Restaurantküche, die Generalsanierung und Erweiterung des Restaurantbereichs mit Wintergarten und die Vergrößerung der darüber liegenden Dachterrasse investiert. Nach Fertigstellung des ersten Teilabschnittes im Herbst 2021 und der geplanten Fertigstellung im Frühjahr 2022 ist dies ein wesentlicher Baustein zur Attraktivitätssteigerung wie auch zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Rottal Terme Bad Birnbach

Nachhaltige Gesundheits- und Präventionsleistungen, gerade im Bereich der Burnout-Prävention, mit der AGES-Kompaktkur und der betrieblichen Gesundheitsförderung sowie eine facettenreiche Angebotsvielfalt gewährleisten eine Festigung der Marktposition. Nach wie vor stehen notwendige und bereits laufende Modernisierungs- und Sanierungsmaßnahmen in Höhe von 2,07 Mio. Euro im Vordergrund.

Wohlfühl-Therme Bad Griesbach

Nach den umfangreichen Sanierungsmaßnahmen in Teilbereichen der Wohlfühl-Therme Bad Griesbach haben sich die Besucherzahlen weiter positiv entwickelt. Bis zur coronabedingten Schließung im Frühjahr 2020 waren fast 10 % mehr Besucher zu verzeichnen. Nach der Wiedereröffnung der Therme im Juni kamen die Gäste wegen der geltenden Einschränkungen zwar etwas zögerlich zurück, trotzdem waren bis Mitte Oktober wieder steigende Gästezahlen zu verzeichnen. Die neuerliche Schließung hat dies leider gestoppt.

Limes-Therme Bad Gögging

Mit der Marke „Ihre Gesundheitstherme“ konnte sich die Limes-Therme Bad Gögging gut positionieren. Die Angebote im Bereich der Medizinischen Anwendungen sowie Erholung und Entspannung sind bei den Gästen auch wegen der besonderen Heilmittel sehr beliebt.

Kaiser-Therme Bad Abbach 

Die Kaiser-Therme mit ihrem attraktiven Gesamtangebot hat sich in Sachen Gesundheit und Freizeit seit über einem Vierteljahrhundert sowohl regional als auch überregional etabliert.

Wegen der Corona Pandemie rechnet die Kaiser-Therme Bad Abbach zwar auch 2021 noch mit Einschränkungen der Besucherzahlen, blickt aber trotzdem zuversichtlich ins nächste Jahr, denn nach den Renovierungsmaßnahmen der letzten Jahre stehen keine größeren Baumaßnahmen an.

Foto: Bezirk Niederbayern



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