Großes Interesse bei Informationsveranstaltung im Landratsamt Landshut
Ein neues Angebot zur Entlastung pflegender Angehöriger könnte künftig die Versorgungssituation in der Region Landshut verbessern. Das Konzept der „Kurzzeitpflege daheim“ wurde kürzlich im Landratsamt Landshut im Rahmen einer Informationsveranstaltung für den Pflegestützpunkt, die Sozialdienste der Kliniken sowie die ambulanten Pflegedienste der Region vorgestellt.
Seniorenbeauftragte Elisabeth Strasser gab zu Beginn einen Überblick über den aktuellen Sachstand im Bereich der Kurzzeitpflege in der Region Landshut und wies auf den dringenden Bedarf an zusätzlichen Angeboten hin. „Viele Familien stehen vor der Herausforderung, kurzfristig eine verlässliche Betreuung für ihre pflegebedürftigen Angehörigen zu organisieren – etwa bei Krankheit, Überlastung oder während einer nötigen Auszeit. Gleichzeitig sind freie Kurzzeitpflegeplätze oft kaum verfügbar“, lautete ihr Fazit.
Das Konzept „Kurzzeitpflege daheim“ – vorgestellt von Maximilian Wagner von der Pflegezentrale Wagner – setze genau an dieser Versorgungslücke an. Statt eines vorübergehenden Aufenthalts in einer stationären Einrichtung erfolge die Betreuung und Versorgung zeitlich befristet im vertrauten häuslichen Umfeld. Pflegebedürftige könne in ihrer gewohnten Umgebung bleiben, ihre Tagesstruktur beibehalten und weiterhin von ihrem vertrauten ambulanten Pflegedienst betreut werden. Besonders für Menschen mit Demenz oder hohem Betreuungsbedarf biete dies erhebliche Vorteile, da belastende Ortswechsel vermieden werden.
Das Angebot richte sich insbesondere an Pflegebedürftige mit Pflegegrad 2 bis 5, Menschen mit Demenz sowie Familien, die kurzfristig Entlastung benötigen. Die Unterstützung könne flexibel gestaltet werden – von stundenweisen Einsätzen bis hin zu längeren Betreuungszeiten über mehrere Tage.
Ein weiterer Vorteil des Konzepts liege in der engen Zusammenarbeit mit den bestehenden ambulanten Pflegediensten vor Ort. „Diese bleiben weiterhin zentrale Ansprechpartner für die Betroffenen. Die „Kurzzeitpflege daheim“ versteht sich ausdrücklich als ergänzendes Angebot, das bestehende Versorgungsstrukturen stärkt und Versorgungslücken schließt“, so Wagner.
Die Teilnehmer waren sich einig, dass die „Kurzzeitpflege daheim“ eine wichtige Ergänzung des bestehenden Pflegeangebots darstellen kann. Durch die Kombination aus Flexibilität, individueller Betreuung und dem Verbleib im vertrauten Zuhause biete das Konzept eine praxisnahe Lösung für viele Familien und trage dazu bei, die häusliche Pflege langfristig zu stabilisieren.
Info: Der Pflegestützpunkt Landshut bietet Information und Beratung rund um das Thema Pflege. Er ist erreichbar unter Tel. 0871 3198950 oder per E-Mail an pflegestuetzpunkt@landshut.de .
Bildbeschreibung: Seniorenbeauftragte Elisabeth Strasser (v.l.), Dr. Sandra Aschenbrenner vom Pflegestützpunkt Landshut, Maximilian Wagner von der Pflegezentrale Wagner und Gabriele Hans von der Betreuungsstelle im Landratsamt sehen im Angebot der „Kurzzeitpflege daheim“ einen wichtigen Beitrag zur Entlastung von pflegenden Angehörigen
Foto: C. Weinzierl