Nervenaufreibendes zweites Quartal: Die LA-Regio Kliniken zwischen Gestaltungsauftrag und Kürzungsnöten
Seit dem Jahreswechsel arbeiten unter dem Dach der LA-Regio Kliniken an fünf Standorten knapp 5.000 Mitarbeitende gemeinsam an der Versorgung der Zukunft. Dazu gehören auch die Verbesserung und Neustrukturierung der Abläufe zwischen den einzelnen Kliniken. Um die Patientenversorgung durch Spezialisierung weiter zu verbessern, wurden zum 1. April 2026 daher bereits erste Fachabteilungen innerhalb des Stadtgebietes Landshut zusammengelegt, deren Umzüge und Nachbereitungen das zweite Quartal der Unternehmensgeschichte besonders prägten. Die Allgemein- und Viszeralchirurgie (auch als Bauchchirurgie bekannt) wird seither zentral an der Klinik Landshut-Mitte (ehemals Klinikum Landshut) abgebildet, die Gefäßchirurgie wurde an der Klinik Landshut-Achdorf zusammengezogen.
Für Patienten bedeuten diese Schritte konkret, dass alle planbaren und notfallmäßigen Eingriffe sowie die zugehörigen Sprechstunden der beiden betreffenden Abteilungen nur mehr an einem der beiden Klinikstandorte stattfinden. Notfälle werden vonseiten der Rettungsdienste bereits der korrekten Klinik zugeführt. Insofern Patienten selbstständig die Notaufnahme aufsuchen, ist eine erste Behandlung und Stabilisierung weiterhin sowohl in Landshut-Achdorf als auch in Landshut-Mitte jederzeit möglich. Für eine Weiterbehandlung erfolgt bei Bedarf allerdings eine Verlegung, falls die für die Behandlung des Patienten zuständigen Spezialisten in der anderen Landshuter Klinik verortet sind. Weitere Zentralisierungen in den Fachbereichen der Kardiologie am Standort Landshut-Achdorf und der Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie am Standort Landshut-Mitte wurden bereits durch die Trägergremien beschlossen, müssen baulich jedoch umfangreich vorbereitet und können daher erst in mehreren Jahren durchgeführt werden.
Darüber hinaus bestehen sechs Monate nach der Fusion der Landshuter Gesundheitsversorger bereits erste positive Effekte im Verwaltungsbereich. So werden fortlaufend Prozesse angeglichen, Zuständigkeiten geklärt und das gemeinsame Organigramm nachgeschärft. Das Häuserdenken gehört so der Vergangenheit an und auch die Vorstände des Unternehmens definierten ihre Verantwortungsbereiche bereits fachlich und standortübergreifend. Gleichzeitig beschäftigen das Gesundheitssystem und somit auch die LA-Regio Kliniken zahlreiche zusätzliche Herausforderungen und Nöte, die die aktuellen Bemühungen gesetzgeberisch konterkarieren.
„Im Rahmen der Fusion konnten innerhalb weniger Monate bereits erste Zentralisierungen und viele weitere wegweisende Entscheidungen auf den Weg gebracht werden, die der Konsolidierung der LA-Regio Kliniken und der Entlastung der kommunalen Kassen dienlich sind“, berichten die Vorstände Judith Angerer, André Naumann und Jakob Fuchs. Nachdem bereits das Gesetz zur Befugniserweiterung und Entbürokratisierung in der Pflege im vergangenen Jahr zu Erlösreduzierung bei den LA-Regio Kliniken in Höhe von rund vier Millionen Euro im Jahr 2026 geführt und damit wesentliche Bestandteile des zuvor gewährten Inflationsausgleichs faktisch neutralisiert hat, stellen die nun drohenden weiteren Einsparungen infolge des GKV-Beitragsstabilisierungsgesetzes eine erhebliche Gefährdung der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung dar.

Nach Berechnungen des Vorstandes entspräche der aktuelle Gesetzesentwurf einer zusätzlichen finanziellen Belastung von 18,8 Millionen Euro im Jahr 2027 und sogar 45,9 Millionen Euro im Jahr 2030. Derartige Einschnitte gefährden die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Krankenhäuser massiv und bedrohen letztlich die flächendeckende sowie qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung in Deutschland. Aufgrund dessen entschieden sich die Verantwortlichen der LA-Regio Kliniken auch, am 12. Juni am koordinierten Protesttag der bayerischen und der baden-württembergischen Krankenhausgesellschaft teilzunehmen.
Gefangen in der Mangel der Gesetzgebung können die LA-Regio Kliniken und deren Verantwortliche sich allerdings jederzeit auf die Unterstützung der Stadt und des Landkreises Landshut, beziehungsweise des Verwaltungsrates verlassen. Der Vorsitz des Verwaltungsrates der LA-Regio Kliniken rotiert innerhalb einer kommunalen Legislaturperiode zwischen dem Oberbürgermeister der Stadt Landshut und dem Landrat des Landkreises Landshut. Zum Start in die neue Amtsperiode hat Landrat Alfred Holzner dieses Amt inne, er wird vertreten von Oberbürgermeister Dr. Thomas Haslinger. Um dem neu gewählten Verwaltungsrat den bestmöglichen Einblick in die Abläufe, Veränderungen und Transformationen innerhalb der Standorte der LA-Regio Kliniken zu gewähren, finden die ersten nichtöffentlichen Sitzungen des Verwaltungsrates an den fünf Klinik-Standorten statt. Den Auftakt bildete dabei eine Sitzung an der Klinik Landshut-Achdorf.
Als Initialzündung eines neuen Zusammengehörigkeitsgefühls hatte das zweite Quartal in der Historie der LA-Regio Kliniken jedoch noch weitere positive Geschichten zu erzählen. Im Rahmen des Landshuter Firmenlaufs bildete der gemeinsame Versorger für die Region das mit Abstand größte Läuferteam und präsentierte sich als starke und sportliche Einheit. Die Unterzeichnung der Mietverträge für die künftigen Räumlichkeiten des Medizincampus Niederbayern (MCN) an den Standorten Landshut-Mitte und Landshut-Achdorf läutete ein neues akademisches Zeitalter für die Region Landshut ein und auch digital existiert mit der neuen Homepage der LA-Regio Kliniken nun ein neues, einheitliches und unter der Maßgabe aktuellster Entwicklungen im Bereich der Patienteninformation entwickeltes Gewand.