Die verheerenden Waldbrände in mehreren europäischen Ländern mit unzähligen Einsatzkräften, Evakuierungen tausender Menschen und dem Einsatz von Feuerwehr, Militär und Löschflugzeugen zeigen erneut die dramatischen Folgen der Klimakrise.
Die Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger (Bündnis 90/Die Grünen) fordert deshalb, den Waldbrand- und Katastrophenschutz in Deutschland weiter auszubauen und gleichzeitig beim Klimaschutz nicht nachzulassen.
„Wenn Menschen ihre Häuser verlassen müssen und Einsatzkräfte unter Lebensgefahr gegen die Flammen kämpfen, dann wird deutlich: Die Klimakrise ist keine abstrakte Zukunftsfrage mehr. Sie betrifft unsere Sicherheit ganz unmittelbar“, erklärt Schönberger.
Auch Niederbayern steht vor einer angespannten Situation. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wird in den kommenden Tagen in fast ganz Niederbayern die Waldbrandgefahrenstufe 4 von 5 erreicht. Damit gilt eine hohe Waldbrandgefahr. Bereits seit Monaten leidet die Region unter anhaltender Trockenheit und hohen Temperaturen. Sinkende Grundwasserstände belasten Wälder und Ökosysteme, während landwirtschaftliche Betriebe zunehmend unter den Folgen ausbleibender Niederschläge und rückläufiger Erträge leiden – vom Getreide über Kartoffeln bis hin zum Hopfen. Die anhaltende Trockenheit verschärft damit nicht nur das Risiko von Wald- und Flächenbränden, sondern setzt auch Natur, Landwirtschaft und Wasserhaushalt der Region zunehmend unter Druck.
„Die Entwicklung zeigt: Auch wir in Niederbayern müssen uns auf längere Trockenperioden und ein steigendes Waldbrandrisiko einstellen. Deshalb brauchen wir gut ausgestattete Feuerwehren und Technische Hilfswerke, ausreichende Löschwasserversorgung und eine bessere Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern. Wir fordern dafür die Schaffung einer Zentralstellenfunktion des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“, so Schönberger.
Deutschland verfügt über leistungsfähige Feuerwehren und einen starken Katastrophenschutz. Bei großflächigen Wald- oder Grünlandbränden ist Deutschland jedoch stärker als andere europäische Staaten auf bodengebundene Brandbekämpfung und die Unterstützung durch europäische Partner angewiesen. „Die Waldbrandsaison wird länger und intensiver. Deshalb müssen wir unsere Kapazitäten zur Bekämpfung von Vegetationsbränden zügig ausbauen – dazu gehören auch zusätzliche Löschflugzeuge und Löschhubschrauber sowie eine noch engere europäische Zusammenarbeit.“
Mit Blick auf die aktuelle Debatte um den Klimaschutz richtet Schönberger scharfe Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche: „Wer angesichts der Bilder aus Frankreich und Spanien den Klimaschutz ausbremst und behauptet, ‚Klimaschutz wurde überbetont‘, verkennt den Ernst der Lage. Die Folgen der Klimakrise sind längst spürbar – sie zerstören Existenzen, gefährden Menschenleben und richten jedes Jahr Milliardenschäden an. Sie treffen unsere Landwirtschaft, beschädigen unsere Infrastruktur, belasten unser Gesundheitssystem und setzen auch unserer Wirtschaft massiv zu. Klimaschutz ist keine ideologische Frage, sondern eine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Notwendigkeit.“
Abschließend appelliert Schönberger an die Bevölkerung, die Warnungen der Behörden ernst zu nehmen: „Schon eine achtlos weggeworfene Zigarette oder ein Funke können bei der derzeitigen Trockenheit einen Waldbrand auslösen. Jede und jeder kann dazu beitragen, Brände zu verhindern und unsere Einsatzkräfte zu entlasten.“