Stadträtinnen und Stadträte von SPD und Linken informieren sich beim Sozialteam
Wie wichtig professionelle Unterstützung, gesellschaftliche Teilhabe und ein würdevolles Miteinander für Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen sind, konnten die Stadträtinnen und Stadträte von SPD und Linken bei einem Informationsbesuch im Soziotherapeutischen Zentrum (STZ) des Sozialteams in Landshut eindrucksvoll erleben. Neben einem intensiven fachlichen Austausch stand am Ende des Besuchs auch eine Spendenübergabe in Höhe von 555 Euro, die künftig gemeinsame Freizeitaktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner ermöglichen soll.
Zu Beginn begrüßten Regina Wieser, Leiterin des stationären Bereichs, und Helga Öllerer, Leiterin des ambulanten Bereichs, die Besucherinnen und Besucher herzlich. Beide freuten sich über das Interesse der Kommunalpolitik an der täglichen Arbeit des Sozialteams und den Menschen, die dort begleitet werden.
Im Mittelpunkt des Gesprächs stand zunächst die Arbeit des stationären Wohnbereichs. Regina Wieser erläuterte, dass dort Menschen mit psychischen Erkrankungen auf ihrem Weg zurück in ein möglichst selbstbestimmtes Leben begleitet werden. Das Leitmotiv der Einrichtung laute dabei: „So viel Betreuung wie nötig – so wenig wie möglich.“ Ziel sei es, die Bewohnerinnen und Bewohner Schritt für Schritt auf ein eigenständigeres Leben vorzubereiten.
Ein wichtiger Baustein sei dabei die sogenannte Trainingswohnung, in der Alltagskompetenzen, Tagesstruktur, soziale Fähigkeiten und selbstständiges Wohnen gezielt gefördert werden. Nach einem freiwilligen Aufenthalt von in der Regel bis zu zwei Jahren gelinge vielen der Wechsel in Wohngemeinschaften, eigene Wohnungen oder in das betreute Wohnen in Gastfamilien. Dort würden sie weiterhin ambulant begleitet. Im Mittelpunkt stehe stets der Gedanke der Inklusion und gesellschaftlichen Teilhabe. Das Sozialteam bietet hierfür sowohl stationäre als auch vielfältige ambulante Wohn- und Unterstützungsangebote an, die auf größtmögliche Selbstständigkeit ausgerichtet sind.
Derzeit betreut das Sozialteam in Landshut mehr als 70 Menschen im Alter zwischen Anfang 20 und Ende 60 Jahren. Auf die Frage, wie Betroffene den Weg in die Einrichtung finden, erläuterten Regina Wieser und Helga Öllerer, dass dies auf ganz unterschiedlichen Wegen geschehe – über Sozialdienste, rechtliche BetreuerInnen und Betreuer, Angehörige, Ärztinnen und Ärzte oder auch aus eigener Initiative.
Großes Interesse zeigten die Stadträtinnen und Stadträte an der Finanzierung der Leistungen. Die Fachleistungen werden über die Eingliederungshilfe der jeweiligen Bezirke finanziert. Für Unterkunft und Lebensunterhalt müssen die Betroffenen – soweit vorhanden – eigenes Einkommen oder Renten einsetzen. In vielen Fällen ist jedoch ergänzend Sozialhilfe erforderlich. Während der stationären Betreuung steht nicht die Aufnahme einer Beschäftigung im Vordergrund. Vielmehr geht es zunächst darum, Stabilität zu gewinnen, den Alltag wieder zu strukturieren, soziale Kompetenzen aufzubauen und den Umgang mit der eigenen Erkrankung zu erlernen.
Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucherinnen und Besucher von der Bedeutung gemeinsamer Freizeitangebote. Ob Ausflüge, gemeinsames Eisessen, kulturelle Veranstaltungen oder andere Aktivitäten – all dies stärkt das Gemeinschaftsgefühl, schafft Selbstvertrauen und ermöglicht soziale Teilhabe. Gleichzeitig erfuhren die Stadträtinnen und Stadträte, dass solche Freizeitangebote von den Leistungsträgern nicht finanziert werden.
Hinzu kommt, dass den meisten Bewohnerinnen und Bewohnern monatlich lediglich rund 176 Euro Taschengeld zur Verfügung stehen. Davon müssen sämtliche persönlichen Ausgaben des täglichen Lebens sowie auch Freizeitaktivitäten bezahlt werden. Für viele bleiben gemeinsame Unternehmungen deshalb unerreichbar.
Diese Erkenntnis ließ die Besuchergruppe nicht unberührt. Deshalb haben sich die anwesenden Stadträtinnen und Stadträte von SPD und Linken auch dazu entschlossen, insgesamt 555 Euro zu spenden, um genau diese Lücke zu schließen. Mit dem Geld sollen gemeinsame Ausflüge, Freizeitangebote oder einfach kleine Erlebnisse wie ein gemeinsamer Besuch in einem Eiscafé ermöglicht werden.
SPD-Fraktionsvorsitzende Anja König betonte bei der Spendenübergabe: „Teilhabe bedeutet weit mehr als ein Dach über dem Kopf. Gerade gemeinsame Erlebnisse geben Menschen neue Lebensfreude, stärken das Selbstvertrauen und helfen dabei, wieder Teil unserer Gesellschaft zu werden. Deshalb unterstützen wir diese Arbeit von Herzen.“
Regina Wieser und Helga Öllerer bedankten sich herzlich für die Spende und das große Interesse der Kommunalpolitik.
Die Stadträtinnen und Stadträte verabschiedeten sich mit großem Respekt vor der Arbeit des gesamten Teams. Einigkeit bestand darüber, dass Einrichtungen wie das Sozialteam unverzichtbar für eine solidarische Gesellschaft sind. Sie begleiten Menschen nicht nur fachlich kompetent, sondern geben ihnen vor allem Hoffnung, Perspektiven und die Chance, wieder selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Seit mehr als 30 Jahren begleitet Sozialteam Menschen mit psychischen Erkrankungen und Suchterkrankungen und unterstützt heute an über 25 Standorten mehr als 2.400 Menschen mit ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten.