Auf Balkonien
Wenn andere stumm im Staue stecken,
und ihren Po am Strande strecken,
dann sitz ich auf „Balkonien“ froh,
und mache Urlaub, geradeso.
Ich liege gleichfalls in der Sonne,
auf dem Balkon mit größter Wonne,
denn die anderen, fern am Strand,
haben längst schon Sonnenbrand.
Verderben sich mit Eis den Magen,
die Hitze ist kaum zu ertragen;
gestiegen ist der Zimmerpreis,
und Menschen gibt es massenweis’.
So, hier in häuslicher Atmosphäre,
ich eine Tasse Kaffee leere,
schau Fernsehen, auch ein Buch ich lies‘,
und stolz meine Begonien gieß.
Indessen andere, dicht und dichter,
beengt, gedrängt sehn in Gesichter,
wink’ ich dem Nachbarn übern Zaun –
„Balkonien“-Urlaub, du mein Traum!
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