Gesetzliche und finanzielle Notwendigkeiten werden an allen Standorten der LA-Regio Kliniken Transformationen und Spezialisierung erfordern
Landshut/Vilsbiburg/Rottenburg – Die Krankenhausreform wird die stationäre Versorgung in Bayern grundlegend verändern. Künftig entscheidet nicht mehr allein das historisch gewachsene Leistungsangebot eines Krankenhauses darüber, welche Behandlungen an einem Standort erbracht werden können. Entscheidend wird insbesondere die Zuweisung entsprechender Leistungsgruppen und die Erfüllung der dafür vorgesehenen Qualitäts- und Strukturvoraussetzungen sein. Für den Standort Vilsbiburg kommt dabei der Endoprothetik eine besondere Bedeutung zu. Es ist davon auszugehen, dass die entsprechenden endoprothetischen Leistungsgruppen in Bayern auf leistungsfähige und entsprechend spezialisierte Standorte konzentriert werden. Damit entsteht ein Wettbewerb um die künftige Zuweisung dieser Leistungen, in dem Vilsbiburg nur mit einer klaren strategischen Positionierung dauerhaft bestehen kann.
Genau hier setzt die vonseiten des Verwaltungsrats der LA-Regio Kliniken, Kreistag des Landkreises Landshut und Stadtrat der Stadt Landshut gemeinsam beschlossene Weiterentwicklung des Standorts Vilsbiburg an. Mit der gezielten Spezialisierung und der Umwandlung in eine Fachklinik für degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates soll Vilsbiburg bestmöglich für die Zuweisung der endoprothetischen Leistungsgruppen positioniert werden. Ziel ist es, diese für den Standort prägenden Leistungen langfristig in Vilsbiburg zu verankern und einer möglichen Verlagerung an andere Krankenhäuser – auch außerhalb der LA-Regio Kliniken – wirksam entgegenzuwirken.
Die geplante Fachklinik knüpft dabei bewusst an die seit Jahrzehnten bestehenden medizinischen Stärken Vilsbiburgs an. Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie sollen am Standort konzentriert, gestärkt und zu einem klar erkennbaren medizinischen Profil weiterentwickelt werden. Perspektivisch kann dieses Profil um weitere fachlich passende Angebote, beispielsweise die Schmerztherapie, ergänzt werden. Die beschlossene Spezialisierung schafft ein klares Profil, konzentriert vorhandene Kompetenz und verbessert die Voraussetzungen dafür, dass die für Vilsbiburg zentralen Leistungen auch unter den Bedingungen der Krankenhausreform dauerhaft am Standort verbleiben.
Zugleich macht die Neuordnung deutlich, dass Spezialisierung innerhalb der LA-Regio Kliniken keine Einbahnstraße ist: Mit der Konzentration von Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie in Vilsbiburg werden relevante Leistungen bewusst von Landshut nach Vilsbiburg verlagert beziehungsweise dort gebündelt. Die Fusion ermöglicht damit erstmals, medizinische Schwerpunkte standortübergreifend zu ordnen und jedem Standort innerhalb des Verbundes ein langfristig tragfähiges Profil zu geben. Es entspricht keineswegs der Zielsetzung, möglichst viele unterschiedliche Leistungen an jedem Standort vorzuhalten. Entscheidend ist vielmehr, die richtigen Leistungen dort zu konzentrieren, wo medizinische Kompetenz, Qualität und strukturelle Voraussetzungen die besten Zukunftsperspektiven bieten. Für Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie soll dieser Standort innerhalb der LA-Regio Kliniken Vilsbiburg sein.
Denn um wie in den Fusionsverträgen der LA-Regio Kliniken festgeschrieben alle Standorte angesichts des finanziellen Drucks langfristig erhalten zu können, muss es allerorts zu Veränderungen, Spezialisierungen und Transformationen kommen. Bereits seit dem 1. April leben die Fachbereiche der Allgemein-, Viszeral- und Minimalinvasiven Chirurgie (an der Klinik Landshut-Mitte, ehemals Klinikum Landshut) und die Klinik für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie (an der Klinik Landshut-Achdorf) diese Prinzipien vor und dienen als erste zentralisierte Abteilungen innerhalb der LA-Regio Kliniken und somit als Vorreiter für die Umsetzung der strukturellen Veränderungen im Gesundheitswesen. Doch wurden auch weitere Schritte bereits von den Trägergremien verabschiedet: So findet die Kardiologie ihre zentrale Heimat mittelfristig in der Klinik Landshut-Achdorf, die Fachbereiche der Gastroenterologie, Hepatologie und Onkologie in der Klinik Landshut-Mitte. Aufgrund hierfür notwendiger Baumaßnahmen ist jedoch nicht mit einer zeitnahen Umsetzung zu rechnen. Weitere Spezialisierungen, Transformationen und Zentralisierungen werden noch im Laufe des aktuellen Kalenderjahres in Angriff genommen.
In allen Fällen soll die Notfallversorgung gesichert werden. So können die Notaufnahmen der Landshuter Klinikstandorte trotz Zentralisierungen mittels Konsildiensten weiterhin auf die Expertise aller Fachbereiche zugreifen und die Patienten folglich allumfassend versorgen. Die Umwandlung der Klinik Vilsbiburg in eine Fachklinik bedeutet wiederum ebenfalls keinen Rückzug aus der Versorgung akut erkrankter Menschen. Vielmehr wird die Akut- und Notfallversorgung neu organisiert. Ziel ist ein regionales Versorgungssystem, das wohnortnahe Ersteinschätzung und Stabilisierung, leistungsfähige Rettungsstrukturen, moderne Diagnostik sowie die gezielte Weiterleitung in spezialisierte Zentren verbindet. Ein entsprechendes Konzept erarbeiten die Verantwortlichen der LA-Regio Kliniken, der Rettungszweckverband und das Institut für Notfallmedizin der LMU München im Schulterschluss und mit Blick auf den gesamten Landkreis, um die Versorgungsbedarfe in den Räumen Vilsbiburg und Rottenburg gleichermaßen zu decken.
Die beschriebenen Transformationen schaffen die notwendige Grundlage, um die Standorte zukunftsfähig aufzustellen und damit die Arbeitsplätze zu sichern. Für die Mitarbeitenden der LA-Regio Kliniken gilt weiterhin der Personalüberleitungsvertrag, der im Rahmen der Fusion allen Beschäftigten eine Jobgarantie ausspricht. Schließlich verschieben sich personelle Bedarfe durch Spezialisierung und Zentralisierung, doch verringern sich nicht. Der komplette Prozess der LA-Regio Kliniken hin zu einem hochmodernen, weiterhin qualitativen und effektiven Gesundheitsversorger für die Region Landshut wird von der Bayerischen Krankenhausgesellschaft (BKG) mitbegleitet.
Fotocollage:
Michael Seidl