Katastrophenschutzpläne übergeben

Bereits während der Corona-Pandemie wurde deutlich, dass eine Katastrophenvorsorge für Gemeinden unerlässlich ist.

Hat man während des kalten Krieges noch Sirenen aufgebaut, wurde in vielen Regionen Bayerns in den letzten Jahrzehnten die Sirenen flächig abgebaut, da die Gefahr eines Krieges nicht mehr bestand. Der Markt Ergolding handelte hier vorausschauen und verfügt noch immer über ausreichend Sirenen, die die Bevölkerung im Katastrophenfall warnen können. Bürgermeister Strauß hatte bereits zu Beginn der Corona-Pandemie die Idee, eigene Katastrophenschutzpläne für den Markt Ergolding zu erstellen, um im Falle des Falls ausreichend vorbereitet zu sein.

So bekam die Feuerwehr Ergolding die Aufgabe, einen Notfallplan für langanhaltende Stromausfälle zu erstellen, welcher jetzt als äußerst nützlich erachtet wird. Die Feuerwehr Piflas befasste sich aufgrund Ihrer Lage nahe der Isar mit der Thematik Hochwasser, wobei hier ein Hauptaugenmerk auf den Schutz des Ergoldinger Marktgebietes gelegt wurde und eine detaillierte Bestandsanalyse angefertigt wurde. Zudem wurde durch Marktgemeinderat Bruckmoser die Erstellung eines Starkregenkonzeptes beantragt, die Ergebnisse aus der Studie sollten dem Marktgemeinderat im Jahr 2023 vorgelegt werden, damit auch hier entsprechende Maßnahmen ergriffen werden können. Die Feuerwehr Oberglaim befasst sich mit der immer größer werdenden Gefahr von Waldbränden. Was viele nicht wissen: Eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete des Landkreises Landshut ist das Klosterholz, welches zu großen Teilen im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehren Ergolding und Oberglaim liegt liegt. Kommt es hier zu einem Brandereignis kann durch die auszuarbeitenden Katastrophenschutzpläne in Sachen Waldbrand eine zügige Wegführung der Einsatzfahrzeuge und die Möglichkeit der Wasserentnahme für Löschwasser schnell eruiert und ein größerer Schaden vermieden werden.

Kürzlich fand im Ergoldinger Rathaus eine Besprechung aller Hilfsorganisationen statt, bei welchem vordringlich der Katastrophenschutzplan „langanhaltender Stromausfall“ erörtert wurde. Auch hier nimmt der Markt Ergolding eine Vorreiterrolle ein und führt derzeit umfangreiche bauliche Änderungen an Gebäuden durch, um selbige Gebäude unter Zuhilfenahme der Freiwilligen Feuerwehren und des Bauhofs autark und ohne Gasversorgung entsprechend nutzen zu können. So ist geplant in jedem Ortsteil einen sog. Leuchtturm einzurichten, welche als Erstanlaufstelle für Personen genutzt werden können die dringend Hilfe benötigten. Im Markt Ergolding sind dies die drei Feuerwehrgerätehäuser Ergolding (Sportplatzstraße 15 A), Piflas (Gartenstraße 2) und Oberglaim (Oberglaim 23), welche zusätzlich mit qualifizierten Sanitätern besetzt wären und so erweiterte Erste Hilfe leisten könnten. Zusätzlich wird in jedem Ortsteil eine sog. Wärmestube eingerichtet, welche im Falle eines langanhaltenden Stromausfalls für die Bürger zum Aufwärmen genutzt werden könnten. Das Ergoldinger Rathaus würde als Lagezentrum genutzt werden und sämtliche Arbeiten in den Leuchttürmen und Wärmestuben koordinieren.

Da der Markt Ergolding die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger im Ernstfall nicht gewährleisten könnte wird jedem gemäß der Empfehlung des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenschutz geraten, sich eine Essens- und Getränkereserve für mind. 10 Tage anzulegen.

Wir hoffen alle, dass das Szenario „Langanhaltender Stromausfall oder Gasausfall“ nie zur Wirklichkeit wird, jedoch sind wir als Markt Ergolding hier vorbereitet um unseren Bürgern ausreichend Hilfe leisten zu können. Bürgermeister Andreas Strauß bedankt sich bei all seinen Hilfskräften für Ihr Engagement und ihre Weitsicht „Wir sind bei Euch in guten, sicheren und hochqualifizierten Händen“, so Strauß. Gleichzeitig bedankte er sich bei der Stadt Landshut für die Unterstützung und sehr gute Zusammenarbeit in diesem Themenbereich.

Foto:

Laura Vögl

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