Weihnachts- und Neujahrsgrüße von Landrat Peter Dreier

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

es war ein besonderes Jahr, dieses Jahr 2022: Ein äußerst ereignisreiches, in mancher Hinsicht bestürzendes, in anderer Hinsicht erfreuliches und schönes Jahr. Aber eines war es gewiss: Unser Jubiläumsjahr. Denn 50 Jahre zuvor ist unser Landkreis Landshut im Zuge der bayernweiten, umfangreichen Gebietsreform in seiner heutigen Gestalt aus der Taufe gehoben worden.

Ein großer und heftig diskutierter Schritt, der letztlich von Erfolg gekrönt wurde: Die Gemeinden sind zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, in der sich die Bürgerinnen und Bürger einbringen und von ihrem Zusammenhalt nur profitieren können. Die Gebietsreform ist ein Meilenstein in der kommunalen Entwicklung unserer Region. Denn: Ohne Verändern gibt es kein Erhalten; etwas bewahren können die Menschen nur, wenn sie sich an das Erneuern wagen. Und das ist dem Landkreis Landshut, das können wir 50 Jahre später mit Fug und Recht behaupten, gelungen.

Ich denke, Ihnen allen geht es auch so: Aber in meinen Augen ist auch dieses Jahr wieder wie im Flug vergangen – kein Wunder, angesichts der vielen Ereignisse, die dieses Jahr geprägt haben.

Nachdem die Corona-Pandemie unser aller Leben in den ersten Monaten des Jahres noch fest im Griff hatte, ist die Krankheit im Laufe des Sommers und dank der milderen Verläufe der Omikron-Variante etwas in den Hintergrund gerückt, wir konnten uns wieder über ein quasi „normales“ Jahr mit Volksfesten, Vereinsfeiern und Weihnachtsmärkten erfreuen: ohne Abstandsregelungen, Kontaktbeschränkungen oder Maskenpflicht. Lassen Sie uns alle hoffen, dass das Virus nicht noch einmal mit voller Kraft zurückkehrt und diese Pandemie der Vergangenheit angehört.

Doch nach der Krise scheint in diesen Zeiten vor der Krise zu sein. Die Corona-Welle war noch nicht überstanden, so hat uns im Februar der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine tief erschüttert. Die Hilfsbereitschaft hierzulande war groß: Sachspenden, zahlreiche Wohnungsangebote, umfangreiche finanzielle Unterstützung. Knapp ein Jahr später herrscht in Europa immer noch Krieg, angesichts des nahenden Winters rollt eine nächste große Flüchtlingswelle aus der Ukraine auf uns zu. Aber nicht nur aus dem Osten Europas, auch aus anderen Teilen der Welt machen sich wieder unzählige Menschen auf, um bei uns Asyl zu suchen: Sei es aus dem Nahen Osten oder verschiedenen afrikanischen Staaten. Der Platz ist knapp, die ANKER-Zentren laufen voll. Deshalb stehen wir als Landkreise, und damit auch unsere Gemeinden, wieder vor schier unlösbaren Herausforderungen, wie all diese Menschen untergebracht werden sollen. Ich bleibe aber bei meiner Forderung, dass wir für diesen Zweck keine Schulturnhallen mit Feldbetten ausstatten wollen.

Fünf Jahre nach der wegweisenden Entscheidung des Kreistages, ein neues Landratsamt nach Essenbach zu bauen, haben wir nach umfangreicher Planungsphase dieses Mammut-Projekt nun in Angriff genommen. Im Frühjahr durften wir den Spatenstich setzen, im Juni folgte dann die offizielle Grundsteinlegung mit unserem stellvertretenden Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger.

Im nächsten Jahr werden wir die Generalsanierung und Erweiterung der Realschule Rottenburg abschließen, damit sich auch in Rottenburg die Schülerinnen und Schüler bester Lernbedingungen erfreuen können. Doch die nächsten Projekte waren bereits. Neben der Generalsanierung des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Bonbruck, unserer „Schule an der Bina“ werden wir auch mit der Sanierung der größten Realschule Niederbayerns in Vilsbiburg beginnen.

Im Bereich des Tiefbaus haben wir uns in diesem Jahr auf die Sanierung von Brücken und bestehenden Straßen konzentriert und so den Fortbestand unserer guten Infrastruktur gesichert. Wir konnten aber auch über die Landkreisgrenzen hinweg unser Radwegenetz erweitern. Dank einer gemeinsamen Baumaßnahme heißt es jetzt zwischen Kirchberg und Oberviehbach „grenzenlos Radfahren“.

Zur Daseinsvorsorge gehört für uns auch eine zukunftsorientierte Abfallentsorgung: Neben den etablierten Systemen haben wir in diesem Jahr mit der Erweiterung unserer Reststoffdeponie in Spitzlberg begonnen, um in diesem Bereich gerüstet zu sein.

Eine Technologie der Zukunft ist im Landkreis Landshut eingezogen: Nachdem wir bereits als Wasserstoff-Pilotregion ausgewählt worden sind und die Ansiedlung eines entsprechenden Technologie- und Anwendungszentrum angekündigt ist, konnten wir in diesem Jahr den Spatenstich für einen Elektrolyseur setzen, der grünen Wasserstoff erzeugt und einen entscheidenden Beitrag zur Erforschung und Etablierung dieser nachhaltigen Energieform leisten wird.

Im Bereich des Sozialen habe ich mich im Frühjahr sehr gefreut, dass im ehemaligen Karmelkloster aus dem „Haus des Gebets ein Haus der Barmherzigkeit“ geworden ist – eines der ersten Tageshospize Bayerns hat in Vilsbiburg seine Tore geöffnet. Wir können so einen wichtigen Beitrag zur umfassenden und würdevollen Versorgung unheilbar erkrankter Menschen leisten. Die Reihe von erfolgreich abgeschlossenen Projekten ließe sich um viele verlängern. Dasselbe gilt für die Herausforderungen, denen wir uns in naher Zukunft stellen müssen.

Kommunalpolitik und Mitarbeiter haben gemeinsam viel bewegt auf den Gebieten Schulausstattung, Verkehrs-Infrastruktur, medizinische Versorgung und weiteren Bereichen der Daseinsvorsorge, was Bestand haben und sich positiv auswirken wird auf die Zukunft unseres Landkreises und seiner bereits über 164.000 Bürgerinnen und Bürger: Unsere Heimat erfreut sich weiterhin eines anhaltenden Zuzugs von Neubürgern, wir gelten als die Boom-Region Bayerns schlechthin.

Meinen herzlichen Dank richte ich auch heuer wieder an die vielen tausend ehrenamtlichen tätigen Bürger, die unser gesellschaftliches Leben so wertvoll machen. Ganz besonders danke ich auch allen Mitgliedern unserer Feuerwehren und Rettungsdienste, die Tag und Nacht helfen, wo Not am Mann ist, für ihren großartigen, unersetzlichen Einsatz.

Die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine haben gezeigt, wie schnell unsere Welt „Kopf stehen“ kann, wie sehr die Dinge im Wandel sind. Angesichts einer anhaltend hohen Inflation und Energiekrise ist es quasi unmöglich, eine verlässliche Prognose für die Zukunft zu treffen.

Ich hoffe aber, dass wir unsere laufenden Projekte gut zu Ende führen können. Natürlich wollen wir noch einiges bewegen: Wir können uns sicher sein – die Arbeit und auch die Herausforderungen werden uns nicht ausgehen. Aber wir können etwas bewegen – und das ist meine größte Motivation.

Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürgern, friedvolle Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr 2023!

Ihr Landrat Peter Dreier

Foto:

C. Weinzierl

 

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