Durch M I L C H – W A R N S T R E I K S drohen in Bayern LÜCKEN im Kühlregal

Milchwirtschaft in Bayern – Arbeit am Limit für gut 20.000 Beschäftigte

Es droht keine „Milch-Ebbe“ – noch nicht jedenfalls. Aber es kann in Bayern schon erste Lücken in den Kühlregalen geben. Darauf hat die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten hingewiesen. Die NGG kündigt damit Warnstreiks in Molkereien und Käsereien in ganz Bayern an. Der Grund: Der Streit um höhere Löhne und Entlastung der Beschäftigten in der bayerischen Milchwirtschaft spitzt sich zu.

„Von der Annahme der Rohmilch bis zum Endprodukt: Der Druck in der Milchwirtschaft ist enorm – gerade in den Produktionsstraßen und in den Kühllagern. Überstunden sind an der Tagesordnung. 9 von 10 Mitarbeitenden sind jetzt schon am Limit. Und ein Ende der Überlastung ist nicht in Sicht“, sagt Landesbezirksvorsitzender der NGG Bayern und Verhandlungsführer im Tarifstreit, Mustafa Öz. Denn auch in der Milchwirtschaft herrsche Fachkräftemangel, der momentan „nur mit Mühe von den Kolleginnen und Kollegen ausgeglichen wird“.

Bislang habe die bayerische Milchwirtschaft umgerechnet auf ein Jahr lediglich 1,9 Prozent mehr Lohn angeboten. „Das reicht nicht. Das ist – flapsig gesprochen – ein ‚Magerquark-Angebot‘ und ist von Respekt für die Leistung der Beschäftigten weit entfernt“, so Mustafa Öz.

Als Gewerkschaft für die gut 20.000 Beschäftigten der Milchwirtschaft in Bayern fordert die NGG ein Lohn-Plus von 4,1 Prozent. Wer als Azubi Milchtechnologe oder Laborant in der Milchwirtschaft werden will, soll 80 Euro pro Monat mehr bekommen. Außerdem will die Gewerkschaft erreichen, dass den Beschäftigten künftig Freizeit oder ein Festbetrag im Wert von 5 Arbeitstagen frei zur Wahl steht.

Mustafa Öz kündigt an: „Der bayerischen Milchwirtschaft geht es wirtschaftlich gut. Das sieht man auch daran, dass bis zu 4 Schichten in den Betrieben gefahren werden – und das teilweise 7 Tage. Es wird also rund um die Uhr gearbeitet. Das geschieht allerdings zu Lasten der Beschäftigten. Wenn von den Arbeitgebern kein vernünftiges Angebot kommt, dann wird sich die Situation in der zweiten Julihälfte verschärfen – in ganz Bayern.“ Dann treffen Gewerkschaft und Arbeitgeber sich zur dritten und damit entscheidenden Tarifrunde Mitte Juli (Die NGG beruft sich bei der Zahl auf Angaben der Arbeitsagentur.)

Foto: NGG

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