„Eine Lanze für die kommunalen Krankenhäuser brechen“

SPD-Politiker informierten sich über Herausforderungen der Schlossklinik Rottenburg

Am Montag besuchte MdL Ruth Müller (SPD) zusammen mit der Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich und Peter Forstner, dem 1. Bürgermeister von Neufahrn und Mitglied der SPD-Kreistagsfraktion, die Schlossklinik Rottenburg, um sich mit Vertretern der LAKUMED Kliniken über die aktuellen Herausforderungen der Einrichtung zu informieren.

Begrüßt wurden sie von Jakob Fuchs, geschäftsführenden Vorstandsvorsitzenden der LAKUMED Kliniken, Standortvertreter an der Schlossklinik Rottenburg Thomas Rohrmeier, Leitendem Oberarzt Dr. Josef Gerg und Pflegedienstleitung Ina Stiller. „Wir freuen uns sehr, dass Sie gekommen sind. Es ist für uns wichtig, dass sich die Politik für unsere Belange interessiert. Denn wir haben mit vielen Problemen zu kämpfen“, erklärte Fuchs, der zu Beginn die Schwerpunkte der drei LAKUMED Standorte erläuterte. Zu den Problemen zählt – wie bei anderen Kliniken auch – die Finanzierung. „Zuerst hat Corona bei allen Krankenhäusern ein großes Loch in die Kasse gerissen, und nun schwebt das Damoklesschwert in Form von Finanzierungsproblemen immer noch über uns“, sagte Stamm-Fibich. „Der Landkreis ist jedoch finanziell stark“, versicherte MdL Müller. „Es wird kein Krankenhaus in die Insolvenz gehen müssen. Die Kliniken in unserem Landkreis sind Häuser, die wir dringend brauchen“, so die Landtagsabgeordnete. Bei der Krankenhausplanung sei politischer Beistand notwendig, aber auch Denkanstöße und neue Impulse seitens der Krankenhäuser.

Die Schlossklinik Rottenbug mit dem Schwerpunkt Geriatrie – und seit 1. Januar diesen Jahres auch Akutgeriatrie – verzeichnet eine hohe Nachfrage im Bereich der Geriatrie. Ab Oktober wird zudem in der Schlossklinik die mobile geriatrische Rehabilitation (MoGeRe) aufgebaut. „Als 100-Betten-Haus unterstützt uns der Landkreis finanziell sehr“, so Pflegedienstleitung Stiller, die sich auch über den ausgeglichenen Stellenplan freut. Auch die Vernetzung zwischen der Klinik und den Pflegeheimen sei sehr gut, so Standortleiter Rohrmeier. Im Gegensatz zur Neueinstellung von Pflegekräften in der Schlossklinik, ist jedoch die Neubesetzung von Assistenzarztstellen laut Dr. Josef Gerg weitaus schwieriger. „Es ist nicht leicht, Ärzte aus der Großstadt zu gewinnen. Seit Jahren versuchen wir deshalb, ausländische Ärzte bei uns zu integrieren“, erklärte der Leitende Oberarzt. Nicht nur der Fachkräftemangel stellt ein Problem dar. „Da der Trend zu verkürzten Krankenhausaufenthalten geht, fangen wir immer mehr Patienten in der Akutgeriatrie und in der Reha auf.“ Hierzu ist neben Personal eine verbesserte Vergütung vonnöten.

Für eine vernünftige Krankenhausplanung im Zuge der Krankenhausreform und der Zusammenlegung von Fachkliniken gilt es laut Fuchs zudem, Doppelstrukturen zu prüfen und diejenigen Fachbereiche wohnortnah anzubieten, die im Landkreis noch nicht etabliert sind. „Es kann nicht sein, dass ein Patient im Notfall mit dem Hubschrauber von Landshut nach Straubing geflogen werden muss, nur weil es vor Ort keine HNO-Klinik gibt.“ Eine wohnortnahe medizinische Versorgung ist auch aus der Sicht der beiden SPD-Politikerinnen entscheidend – mitunter für die Geriatrie. „Die Altersmedizin muss finanziell gestärkt werden, denn die Bevölkerung wird immer älter. Diese Aufgabe kann nicht allein den Kommunen überlassen werden. Man muss eine Lanze für die kommunalen Häuser brechen!“, sagte Stamm-Fibich, die im Bundestag Berichterstatterin für bestimmte Gesundheitsthemen ist und Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit an Krankenhäusern diskutiert und vorantreibt.

Bildunterschrift:
Die Teilnehmer schätzten den gemeinsamen Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Schlossklinik Rottenburg. (vordere Reihe v.l.n.r.: Pflegedienstleitung
Ina Stiller, MdB Martina Stamm-Fibich, Jakob Fuchs, geschäftsführender Vorsitzender der LAKUMED Kliniken, MdL Ruth Müller, Standortvertreter Thomas Rohrmeier
hintere Reihe v.l.n.r.: 1. Bürgermeister von Neufahrn Peter Forstner, Leitender Oberarzt Dr. Josef Gerg)
Bildquelle:
Sabine Polacek / LAKUMED Kliniken

 

weitere Beiträge