Ruth Müller, MdL, ruft angesichts des erstarkenden Rechtsextremismus zu Wachsamkeit und Zusammenhalt auf
Heute vor 81 Jahre endete eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte: Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 war Zweite Weltkrieg in Europa endlich vorbei. Nur fünf Jahre und einen Tag später, am 9. Mai 1950, legte der französische Außenminister Robert Schumann den Grundstein für die Europäische Union. „Dass wir nun jedes Jahr diese beiden Gedenktage so kurz hintereinander begehen, ist Mahnung und Aufgabe zugleich: die Zerstörungen und Grausamkeiten im Zweiten Weltkrieges nie zu vergessen und alle diplomatischen Mittel auszuschöpfen, um Kriege zu verhindern beziehungsweise zu beenden und Frieden zu sichern“, stellt die SPD-Landtagsabgeordnete Ruth Müller fest.
Nach 81 Jahren ist die Gefahr des Vergessens groß. Die Zeitzeugen werden immer weniger – 2020 waren es noch etwa 6 Millionen Bundesbürger*innen, die damals als Kriegskinder einen Alltag erlebten, der von Hunger, Zerstörung, Flucht und Angst geprägt war. Weltweit gibt es aktuell noch 245.000 Holocaust-Überlebende, 13.000 davon in Deutschland. „Gerade angesichts eines wachsenden Antisemitismus und Rechtsextremismus müssen wir wachsam bleiben und jedes vergiftete Saatkorn noch vor dem Keimen ersticken – im persönlichen Gespräch, bei Podiumsdiskussionen, Schulbesuchen, vor allem auch mit Beiträgen und Kommentaren auf social media“, rät Müller, die selbst immer wieder bei Schulbesuchen beide Themen diskutiert.
Dass aus Hass und Terror Frieden und Freiheit wachsen können, daran erinnert der Europa-Tag am 9. Mai. Vor 76 Jahren setzte sich der französische Außenminister Robert Schumann dafür ein, die Kohle- und Stahlproduktion zu bündeln, um zukünftig Kriege zwischen den europäischen Staaten unmöglich zu machen. Dahinter stand die Idee von einem friedlichen und vereinten Europa, das die gleichen demokratischen Grundwerte teilt. „Bis auf wenige Ausnahmen – wie den Kosovo-Krieg Ende der 90er Jahre – ist uns dies gut gelungen und darauf können wir sehr stolz sein“, so die SPD-Landtags-abgeordnete. Umso wichtiger sei es, angesichts der wachsenden Bedrohung durch Russland, der Zunahme autokratischer Regierungen und der Ausbreitung rechtsnationaler politischer Tendenzen, den direkten Zusammenhang zwischen dem Tag der Befreiung und der Geburt eines freiheitlichen und friedlichen Europas zu betonen. „Ich wünsche mir, dass unsere Kinder und Enkelkinder in 76 Jahren am 9. Mai auch noch sagen können: Wir sind als Europäer*innen stolz darauf, in Frieden und Freiheit zusammenzuleben und Krisen gemeinsam zu meistern“, so Ruth Müller.
Foto: Sandra Löw