Betriebsleiterinnen informieren über aktuelle Situation in den Freilichtmuseen
Bad Griesbach i.Rottal. Im Rahmen der 145. Verbandsversammlung wurden die Mitglieder des Zweckverbandes Niederbayerische Freilichtmuseen umfassend über die aktuelle Situation und die Entwicklungen an den Standorten Finsterau und Massing informiert. Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich, der den Vorsitz der Sitzung innehatte, würdigte die Arbeit der Teams und betonte die Bedeutung der Freilichtmuseen für die kulturelle Identität der Region. „Die beiden Museen zeigen eindrucksvoll, wie lebendige Kulturvermittlung heute gelingen kann – traditionsbewusst und zugleich zukunftsorientiert“, erklärte Heinrich. Die Entwicklungen in beiden Einrichtungen seien insgesamt sehr erfreulich und belegten die hohe fachliche Qualität der Arbeit vor Ort.
Freilichtmuseum Finsterau: Differenzierte Entwicklung mit starken Impulsen
Die Betriebsleiterin des Freilichtmuseums Finsterau, Stephanie Herzig, berichtete von insgesamt 42.836 Besucherinnen und Besuchern im Jahr 2025. Dies entspreche zwar einem moderaten Rückgang, sei jedoch unter anderem auf witterungsbedingte Einflüsse zurückzuführen. Insbesondere der schneereiche Jahresbeginn 2026 habe sich auf die Besucherzahlen ausgewirkt. Gleichzeitig konnten in einzelnen Bereichen deutliche Zuwächse erzielt werden. So entwickelte sich etwa das Café Heimat sehr positiv und verzeichnete steigende Umsätze. Herzig betonte, dass sich die Aufenthaltsqualität und das gastronomische Angebot zunehmend als wichtiger Bestandteil des Museumserlebnisses erweisen.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der neuen Sonderausstellung „Jetzt geht’s dahi“, die pünktlich zu den Osterferien eröffnet wurde. Begleitet wird sie von intensiver Öffentlichkeitsarbeit – von klassischen Medienberichten bis hin zu digitalen Formaten und einer neu gestalteten Website. Auch im baulichen Bereich sind mehrere Maßnahmen geplant, darunter Sanierungen historischer Gebäude und infrastrukturelle Verbesserungen. Ziel sei es, die Attraktivität des Museums langfristig zu sichern und weiter auszubauen.
Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich unterstrich: „Finsterau begegnet den aktuellen Herausforderungen mit einem klaren Konzept und großem Engagement. Die Verbindung aus inhaltlicher Weiterentwicklung und gezielten Investitionen stimmt zuversichtlich.“
Freilichtmuseum Massing: Erfolgreicher Saisonauftakt und starke Nachfrage
Für das Freilichtmuseum Massing berichtete Betriebsleiterin Silke Holzner von einem gelungenen Start in die neue Saison. Die Vorbereitungen seien planmäßig abgeschlossen worden. Besonders erfreulich sei die hohe Nachfrage im Bereich der museumspädagogischen Angebote. „Bereits im Vorfeld liegen zahlreiche Buchungen vor“, so Holzner. Dies zeige, dass das Museum insbesondere als Lernort für Schulen und Gruppen stark nachgefragt werde.
Auch das Veranstaltungsprogramm wird weiterentwickelt: Bewährte Formate bleiben bestehen, zugleich werden neue Akzente gesetzt, um zusätzliche Besuchergruppen anzusprechen. Das Museum positioniere sich damit weiterhin als lebendiger kultureller Treffpunkt in der Region. Im infrastrukturellen Bereich konnten während der Winterpause zahlreiche Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu zählen u. a. Fortschritte am Berta-Hummel-Haus, Modernisierungen, technische Investitionen und eine neue Photovoltaikanlage. Gleichzeitig stehen personelle Veränderungen an: Mehrere langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter scheiden altersbedingt aus dem Dienst aus. Holzner würdigte deren Engagement und betonte, dass bereits an tragfähigen Nachfolgelösungen gearbeitet werde.
Der wissenschaftliche Leiter Dr. Clemens Knobling unterstrich, dass auch inhaltlich wichtige Entwicklungen vorangetrieben wurden. So eröffnen neue technische Einrichtungen, wie etwa ein Keramikbrennofen, zusätzliche Kursangebote. Zudem konnten durch den fachlichen Austausch mit anderen Museen wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der historischen Darstellungen gewonnen werden. Bezirkstagspräsident Dr. Heinrich hob hervor: „Massing überzeugt durch seine Innovationskraft und die enge Verzahnung von Forschung, Handwerk und Wissensvermittlung. Das ist gelebte Kulturarbeit.“
Ausblick
Die Verbandsversammlung zeigte sich insgesamt sehr zufrieden mit der Entwicklung beider Freilichtmuseen. Trotz einzelner Herausforderungen sei es gelungen, die Häuser sowohl organisatorisch als auch inhaltlich weiter voranzubringen.