Lebenslanges Warten
Als junger Mensch mit Neun bis Zehn,
da hofft man, dass die Jahr’ vergehn
und wartet derzeit ausnahmslos,
dass man erwachsen wird und groß.
Knapp Siebzehn, voller Illusion,
kennt man das „süße Leben“ schon
und wartet jugendlich adrett,
auf einen Partner, lieb und nett.
Mit Dreißig hat man viel erreicht,
Beruf und Ehe – und vielleicht,
da wartet man auf Kindersegen …
oder ein Auto, meinetwegen.
Ab Sechzig ist man mit der Kraft
am Ende oftmals und geschafft
und wartet lächelnd mit Verstand,
nicht selten auf den Ruhestand.
Wer Achtzig ist, der nimmt vorlieb,
mit allem, was das Leben gibt
und wartet still und froh fürwahr,
auf jedes weitere Lebensjahr.
Oskar Stock
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