CHEFSESSEL statt SCHULTASCHE

Die Gründer von morgen stellen im Rahmen von „Ideen machen Schule“ ihre innovativen Start-up-Konzepte vor

Selbstständig arbeiten, eine Vision verwirklichen und als eigener Chef bzw. eigene Chefin durchstarten – genau diesen Traum haben Schülerinnen und Schüler aus 39 verschiedenen Schulen in Niederbayern und Teilen der Oberpfalz und Oberbayern in den vergangenen Monaten im Rahmen des Gründungswettbewerbs „Ideen machen Schule“ der Hans Lindner Stiftung gelebt. Am 20. Mai 2026 präsentierten die besten Teams der Spielregion Landshut ihre Geschäftsideen an der Hochschule Landshut. Diese Geschäftsideen bewiesen dabei eindrucksvoll das große Potenzial sowie die Kreativität der Jugendlichen. Eine Fachjury aus Vertretern der Wirtschaft und der Behörden hatte die anspruchsvolle Aufgabe, die Präsentationen der sechs besten Schülerteams zu bewerten.

Bereits zu Beginn des Schuljahres hatten die angehenden Jungunternehmer mit der Entwicklung ihrer Unternehmensidee begonnen und erleben seitdem hautnah, wie es sich anfühlt, ein Startup zu gründen – ganz ohne finanzielles Risiko. Mit viel Freiraum für persönliche Interessen, individuelle Stärken und kreative Ansätze konnten die Teilnehmenden mutig neue Wege beschreiten und mit innovativen Problemlösungen echten Mehrwert für die Zukunft schaffen. Im Laufe des Wettbewerbszeitraums von Oktober bis Anfang März konkretisierten sie ihr fiktives Unternehmensvorhaben, hielten alle Planungen schriftlich in einem Businessplan fest und erarbeiteten einen schlüssigen Finanzplan. Zudem beschäftigten sie sich intensiv mit praxisrelevanten Themen wie Steuern und Versicherungen.

Alles soll so konkret und realitätsnah wie möglich sein, lautet das Credo des Projekts. Dabei spielt der Austausch mit Unternehmerinnen und Unternehmern aus der freien Wirtschaft eine zentrale Rolle. Er dient nicht nur der fundierten Konzepterstellung, sondern ermöglicht es den Jugendlichen auch, wertvolle Kontakte für ihre spätere Ausbildung oder den Berufseinstieg zu knüpfen. Im Team üben die Teilnehmenden unternehmerisches Denken und Handeln und lernen, verantwortungsvoll Entscheidungen zu treffen. Ihre Betreuungslehrkräfte sowie ihre Familien standen den Schülerinnen und Schülern natürlich mit Rat und Tat zur Seite.

1.279 Schülerinnen und Schüler – aufgeteilt in 321 Teams – hatten sich im Schuljahr 2025/2026 auf das Abenteuer fiktiver Startups begeben. Die Palette ihrer Geschäftsideen hätte dabei kaum bunter sein können: Während sich ein Team mit der Entwicklung intelligenter Trinkflaschen beschäftigte, entwickelte ein anderes eine App zur Vermittlung privater und gewerblicher Stellplätze. Wieder andere konzentrierten sich auf mehrtägige Fahrradtouren oder hochwertige Balkonhochbeete. Diese beeindruckende Mischung aus Pionier-Geist und gesellschaftlichem Bewusstsein versetzte die Juroren bereits im ersten Bewertungsdurchgang in helle Begeisterung.

Für die Spielregion Landshut gingen 343 Jugendliche verteilt auf insgesamt 88 Teams an den Start.

Die präsentierenden Teams und Platzierungen im Einzelnen:

Juniorstaffel (Klasse 8 – 9):

 

Platz Team Schule Geschäftsidee
1.     Platz Paw Pal Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut Eine App, die Hausbesitzer mit tierlieben Menschen verbindet, die einen Gelegenheitsjob suchen.
2.     Platz Team Learny Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut Ein Teddy, der Kindern im Alter von 4-8 Jahren auf Knopfdruck dabei hilft, einfache Lerninhalte, wie beispielsweise das Alphabet besser aufzunehmen und zu verstehen.
3.     Platz RadlFreid Staatliche Realschule Vilsbiburg Mehrtägige Fahrradtouren in Neuhaus am Schliersee für alle Alters- und Fitnessgruppen inkl. Fahrrad-Verleih.

 

Seniorstaffel (ab der 10. Klasse):

Platz Team Schule Geschäftsidee
1.     Platz JJJ Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg Digitale Vermittlungslösung, die Angebot und Nachfrage nach kurzfristigen und einfachen Arbeitsaufträgen effizient zusammenführt.
2.     Platz Vision Five Gymnasium Seligenthal Landshut Nachhaltige Schreib- und Lernprodukte aus recyceltem Plastik aus dem Meer, wie z. B. Schreibtischunterlagen, wiederverwendbare Notizkarten und Notizblöcke.
3.     Platz LKKM Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg Smartes Einschlafsystem, das Körper und Geist beim Entspannen hilft und somit das Einschlafen erheblich erleichtert.

Insgesamt wurde ein Preisgeld in Höhe von 1060 € an die Regionalsieger verteilt.

Doch der Wettbewerb ist noch nicht zu Ende. Am 1. Juli 2026 findet das große Finale auf Schloss Mariakirchen im Landkreis Rottal-Inn statt. Dort treten die besten vier Regionalsieger jeder Staffel (Junior- und Seniorstaffel) gegeneinander an und haben so die Möglichkeit, Preisgelder i. H. v. 500 € zu gewinnen.

Insgesamt stellt die Hans Lindner Stiftung für die 20 besten Teams einen Prämientopf von 5.500 € zur Verfügung. „Dies ist eine gute Investition für die Zukunft“, meint Brigitte Urlberger.

Bildunterschrift Siegerfoto Juniorstaffel von links nach rechts:
Armin Schnur, Sparkasse Landshut
Monika Naumann, Betreuungslehrerin Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut
Christoph Schmalhofer, Raiffeisenbank Landshuter Land eG
Siegerteam Juniorstaffel: Paw Pal, Hans-Leinberger-Gymnasium Landshut
Alina Pollersbeck und Brigitte Urlberger, Hans-Lindner-Stiftung
Ludwig Götz, Landratsamt Landshut, Wirtschaftsförderung
Prof. Dr. Fritz Pörnbacher, Hochschule Landshut

 

Bildunterschrift Siegerfoto Seniorstaffel von links nach rechts:
Dr. Bernhard Steininger, Schulleiter und Frau Andrea Neudecker, Betreuungslehrerin des Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg
Armin Schnur, Sparkasse Landshut
Christoph Schmalhofer, Raiffeisenbank Landshuter Land eG
Siegerteam Seniorstaffel: JJJ, Maximilian-von-Montgelas-Gymnasium Vilsbiburg
Alina Pollersbeck und Brigitte Urlberger, Hans-Lindner-Stiftung
Ludwig Götz, Landratsamt Landshut, Wirtschaftsförderung
Prof. Dr. Fritz Pörnbacher, Hochschule Landshut

Fotos: Brigitte Bachmaier

 

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