BAUKULTUR klimagerecht weiterdenken

Bayerischer Landesverein für Heimatpflege tagt in Vatersdorf

Unter dem Titel „Baukultur klimagerecht weiterdenken“ veranstaltete der Bayerische Landesverein für Heimatpflege e. V. jüngst seine Fachtagung in Vatersdorf im Neuen Geschichtsboden am Standort der Firma Leipfinger-Bader GmbH.

Programmatisch setzte der Tag ein Zeichen, indem er Wege, Lösungen und gute Beispiele für ein klimagerechtes Weiterdenken in der Baukultur aufzeigte. So wünschte Geschäftsführer Dr. Rudolf Neumaier in seiner Begrüßung einen erfolgreichen Tag in Hinblick auf „gute Erkenntnisse und gute Inspirationen“. Hausherr Thomas Bader betonte in seinem Vortrag die Frage „Welche Lebensdauer hat das Produkt“ und verwies auf das Gebäude am Standort, welches seit 1870 viele Male zur Umnutzung umgebaut wurde.

Auf besonderes Interesse stieß der Vortrag von Architekt Prof. Florian Nagler. „Wie kann man den Einsatz von Beton reduzieren, bei gleichbleibendem Schallschutz, Statik und Brandschutz? Die Lösung heißt Ziegel und Lehm“. Er stellte verschiedene Projekte vor in denen Hybridlösungen aus Ziegel, Holz und Lehm seinen Einsatz kamen. Die Produkte wurden in Zusammenarbeit mit Leipfinger-Bader entwickelt. Auch das ungebrannte Recyclingprodukt „Kaltziegel“ aus dem Hause Leipfinger-Bader kommt hier zum Einsatz.

Die Fachtagung befasste sich mit zwei Themenbereichen des klimagerechten Bauens. Am Vormittag stand die Siedlungsentwicklung im Mittelpunkt. Hier ging es bei Architekt Mauritz Lüps vor allem darum „das Einfamilienhaus als großen Wunsch der Bevölkerung“ und strukturelles Merkmal der ländlichen Region zu erhalten im Neubau weiter zu ermöglichen, ohne die Folgen von Zersiedelung und Versiegelung. Der klimagerechte Umbau Einfamilienhäusern aus den 70er Jahren wurde von Architekt Stefan Kohlmeier thematisiert.

Der Nachmittag befasste sich mit der Denkmalpflege, die den Erhalt und die Instandsetzung bestehender Gebäude als Zielsetzung hat. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zum Ressourcensparen und zum Erhalt der Grauen Energie.

Niederbayerns Bezirksheimatpfleger Dr. Maximilian Seefelder referierte in gewohnt lockerer und fachlich brillanter Art zur Reaktivierung denkmalgeschützter Bausubstanz und stellte Beispiele zum klimagerechten Erhalt bestehender und denkmalgeschützter Bausubstanz vor.

Den Abschluss der Vortragsreihe bildete der Landshuter Architekt Markus Stenger, Preisträger der Denkmalschutzmedaille 2022 für die Sanierung eines Holzblock-Bauernhauses in Landshut.

Zum Abschluss der abwechslungsreichen Fachtagung hatten die Tagungsteilnehmer die Gelegenheit, im Rahmen einer Werksführung die Ziegelherstellung sowie die innovative Produktpallette von Leipfinger-Bader kennenzulernen.

Der Besuch des Heimatmuseums Der neue Geschichtsboden als weiterer Höhepunkt vor Ort rundete den Tag ab. Heimatforscher Hans Schneider hatte noch das eine oder andere über Buch und die Region zu erzählen und konnte auch über Architektur und Bauweisen von früher bis heute berichten.

Bildbeschreibung:
Die Referenten der Tagung vor dem Historischen Gebäude von Leipfinger-Bader. V.l.n.r.: Dr. Ing. Architekt Vinzenz Dufter, Architekt und Stadtplaner Martin Kohlmeier, Prof. Florian Nagler, Thomas Bader, Architekt Mauritz Lüps, Dr. Maximilian Seefelder und Architekt Markus Stenger.
Foto:
C. Bader

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